- Mit normalerweise mehr als ausreichenden 42 Punkten sind die Hammers in der Saison 2002/03 dennoch aus der Premier League abgestiegen.
- Das Aufstiegs-Play-off 2004 im Millennium Stadion in Cardiff haben sie gegen Crystal Palace 0:1 verloren.
- Ein Jahr später schaffte man im selben Stadion gegen Preston North End (1:0) den Aufstieg und legte eine tolle Comeback-Saison 2005/06 in der Premier League hin, belegte den 9. Platz, schlug Arsenal in deren letztem Spiel in Highbury 3:2 und schaffte es mit Manager Alan Pardew nach 26 Jahren wieder ins FA Cup- Finale. Aber im dritten Finale in Folge im Millennium Stadium (2006) kassierte West Ham durch einen Fernschuss von Steven Gerrard praktisch Sekunden vor dem Schlusspfiff den 3:3-Ausgleich und hat das Elferschießen verloren.
- Der Klassenerhalt wurde mit einem “great escape” 2007 doch noch geschafft, aber gleich im Jahr darauf beutelte die internationale Finanzkrise die Irons ganz ordentlich, denn die 2006 als Eigentümer eingestiegenen Isländer um Björgulfur Gudmundsson und Eggert “Eggy” Magnusson gingen bankrott und der finanzielle Niedergang der Eigentümer destabilisierte den Klub auf Jahre, verhinderte Investitionen und führte zum Abschied von Manager Curbishley, gegen dessen Willen Spieler abgegeben werden mussten.
- Im August 2006 freute man sich, wieder einen englischen Nationalteamspieler zu haben, als West Ham-Stümerstar Dean Ashton zum ersten Mal ins englische Nationalteam berufen wurde, doch er brach sich im Training den Knöchel und wurde nie mehr der Alte; 2009 wählte der vielversprechende Stürmer mit 26 den Weg in die “Frühpensionierung”.
- 2010 übernahmen David Sullivan and David Gold 50 % der Anteile von West Ham von der isländischen Straumur Bank und beendeten die finanziellen Unsicherheiten, ihre Entscheidung, Manager Gianfranco Zola durch Avram Grant zu ersetzen, war aber eine Fehlentscheidung: der Israeli brachte die Hammers zwar mit einem 4:0-Sieg über Manchester Utd ins Halbfinale des League Cups – ich sah dann den 2:1 Heimsieg im Semifinale gegen Birmingham (und das Rückspiel wurde “natürlich” 1:3 verloren) -, aber in der Liga ging es bergab und man musste 2011, nach sechs Jahren, wieder in die Championship.
- Immerhin gelang diesmal der sofortige Wiederaufstieg mit einem 2:1 Sieg im Play-off in Wembley gegen Blackpool – am 19. Mai 2012 war ich live dabei! – und seither spielt man durchgehend in der Premier League, wenn auch die ersten Jahre bis 2015 unter dem ungeliebten Manager “Big [fat] Sam” Allardyce.
- Wenn man sich bei West Ham United in dem oft unbefriedigend verlaufenden “Transfer Window” einmal über eine tolle Neuerwerbung freut, verletzte ich der Spieler garantiert in seinem ersten Spiel oderkurz darauf
- Als ein besonderes Beispiel für einen schrecklichen “injury record” ist der Stürmer Any Carroll zu nennen, der an seinen guten Tagen ein toller Mittelstürmer ist, der sich auch nicht zu schade ist, mit seiner Größe hinten auszuhelfen – er war aber in seinen 7 Saisonen seit 2012 mehr verletzt als fit! 2018/19 ist nun definitiv seine letzte Saison bei den Hammers gewesen!
- Unter den Eigentümern Sullivan/Gold und Geschäftsführerin Karen Brady entschied sich West Ham, für die Übernahme des in Stratford in Ost-London gelegenen Olympiastadions von 2012 zu bieten und erhielt den Zuschlag, der jedoch bald darauf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen wieder widerrufen wurde.
- Schließlich erhielt man im März 2013 einen auf 99 Jahre befristeten Mietvertrag, was bedeutete, dass man nach mehr als 100 Jahren den seit 1904 bespielten Boleyn Ground (Upton Park) verlassen musste. Das neue Stadion behielt die Laufbahn für Leichtathletik-Bewerbe, sie wird aber mit einem “retractable seating” verdeckt – dennoch ist das neue Stadion in den Augen er Fans kein “proper football ground” und die ersten Jahre nach der Übersiedlung können sich viele nicht für das “London Stadium” erwärmen.
- Vor der Übersiedlung kam für die letzte Saison am Upton Park der ehemalige West Ham-Verteidiger Slaven Bilić als neuer Manager und schaffte in einer hochemotionalen Saison den 7. Platz in der Premier League mit der bisher höchsten Punktezahl (62), der höchsten Zahl an erzielten Toren (65) und der geringsten Zahl an Niederlagen insgesamt (8) und auswärts (5) in einer PL-Saison. Das letzte Match im Boleyn Ground vlg. Upton Park gewann man mit 3:2 gegen Manchester United! Dann hieß es an einem wirklich geilen Abend, den ich teilweise mit den “Austrian Irons” im Wiener Pub “The Tube Station” verbrachte: “Farewell Boleyn!”
- Der Start im mit mehr als 50.000 Zuschauern (statt 34.000 im alten Boleyn Ground) stets ausverkauften neuen Stadion war höchst durchwachsen, Team und Fans brauchten, wie schon erwähnt, sehr lange, um sich zu akklimatisieren. Sogar heftige Fanproteste samt einem angekündigten – kurzfristig dann doch wieder abgesagten – Protestmarsch gegen die Klubführung gab es in der zweiten Saison im London Stadium, als West Ham gegen den Abstieg kämpfte. Slaven Bilic wurde durch David Moyes ersetzt und die Hammers schafften mit Marko “Arnie” Arnautovic, den Moyes erfolgreich zum echten Stürmer umfunktionierte, doch noch den Klassenerhalt! Moyes’ Vertrag wurde aber dennoch nicht verlängert.
- Und das war gut so, denn mit Manuel Pellegrini kam ein Manager von wirklichem Format, und das Board rang sich endlich auch zu echten Investitionen in die Mannschaft durch. Typisch, dass dann die ersten vier Ligaspiele unter dem neuen Manager verloren wurden, wichtige Neuerwerbungen lange verletzt waren, der “Hammer of the Year” der Vorsaison, Schlüsselspieler Arnautovic im Jänner nach China wollte und monatelang außer Form war, dass West Ham nach dem Monat mit den meisten gewonnenen Matches seit Bestand der Premier League (Dezember 2018) und einem tollen Sieg gegen Arsenal im Jänner 2019 im FA Cup gegen den Drittligisten Wimbledon ausschied. (Dennoch: mit MP als Manager war 2018/19 eine am Ende sehr positive“transition season”.)
Dann wurde die Carlos Tévez-Affäre in der Saison nach dem Cupfinale, als dieser und sein argentinischer Teamkollege Javier Mascherano nach der WM überraschend für West Ham unterschrieben, für den Klub zum Alptraum: Manager Alan Pardew wusste nicht, wie er die beiden Stars in die Mannschaft integrieren sollte, das destabilisierte Team scheiterte im Europacup und verlor ein Match nach dem anderen in der Premier League, bis Pardew durch Alan Curbishley ersetzt und Mascherano an Liverpool abgegeben wurde. Und dabei stellte sich heraus, dass die Verträge der beiden eine unzulässige “third party clause” enthielten, sodass der in der Relegationszone liegende Klub vor einem Punkteabzug zittern musste. Schließlich wurde es zum Gluck nur eine Rekordstrafe von 8,5 Millionen Pfund, es folgte aber ein jahrelanger Schadenersatzprozess gegen Sheffield United, das statt West Ham abgestiegen war und nun mit dem Argument, ohne den im Frühjahr schließlich doch noch groß aufspielenden Carlos Tévez wären die Hammers nicht in der Liga geblieben, Kompensation forderte. (Man einigte sich schließlich auf eine Zahlung von ca. 20 Mio Pfund Schadenersatz an Sheffield Utd, die übrigens erst heuer den Wiederaufstieg in die PL geschafft haben – nach 12 Jahren!


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