Jan Vennegoor of Hesselink: âWest Ham hat âBubblesâ, aber Rapid hat Andy Marek!â
“He appears to have a heart made out of the sun”, kommentierte Freund Sam von Football United dieses Foto von Jan Vennegoor of Hesselink und dem RAPIDHAMMER.
Nun es handelt sich zwar nur um das reflektierende Symbol des Sportartikelherstellers, dessen Dressen der SK Rapid trĂ€gt. Aber der frĂŒhere hollĂ€ndische TeamstĂŒrmer (19 Einberufungen), der seit September fĂŒr den SK Rapid Wien spielt, hat wirklich ein sonniges, freundliches GemĂŒt und ist fĂŒr mich ein echter SympathietrĂ€ger.
Der âKlub der Freunde des S.C. Rapidâ lud Adte Nuhiu, Raimund Hedl, Thomas Hinum und eben Jan VoH zur Mitgliederversammlung und der HollĂ€nder stellte sich dabei als im Deutschen durchaus sprachgewandt heraus. Vor allem am Ende des Abends plauderte er frisch drauf los, sodass man glauben hĂ€tte können, Jan sei schon seit Jahren â und nicht erst seit elf Wochen in Wien.
Schwieriger Einstand bei Rapid: Staatsanwaltschaft, drei Tore und eine Verletzung
Ein Muskelfasereinriss im Oberschenkel â erlitten nach einem allzu langen Schritt im Meisterschaftsspiel gegen Wr. Neustadt â zwingt den 1,90 groĂen StĂŒrmer seit 24. Oktober leider zum Pausieren. In drei Wochen im Derby gegen die Wiener Austria möchte er aber wieder dabei sein, verriet Jan VoH, der es in sechs Meisterschaftsspielen bisher auf zwei Tore und einen Assist brachte. Dazu kommt noch ein Europa League-Treffer beim 2:0-AuswĂ€rtssieg gegen ZSKA Sofia.
Vennegoors Einstand bei Rapid verlief aber alles andere als nach Wunsch: im ersten Spiel gegen die Austria setzte es die erste Derby-Niederlage im Hanappi Stadion seit Jahren und dann auswĂ€rts gegen Ried verlor man 1:3 â mit auĂergewöhnlichem juristischen Nachspiel fĂŒr die hollĂ€ndische Neuerwerbung! Bei einem ZusammenstoĂ zwischen VoH und dem Rieder Stefan Lexa verletzte sich Letzterer schwer, worauf Lexa und Ried-Manager Reiter behaupteten, VoH hĂ€tte den Rieder Mittelfeldspieler absichtlich verletzt, ihm die Verletzung wĂ€hrend des Spiels geradezu angekĂŒndigt. Aufgrund der Zeitungsberichte und der Anschuldigungen leitete die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen gegen den mit einem 2-Jahres-Vertrag ausgestatteten Rapidler ein und der dachte sich geschockt: âWenn das in Ăsterreich jedes Mal so geht, werden das zwei lange Jahre!â

Vor Kurzem flatterte aber endlich eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ried ins Haus: Das Verfahren wurde eingestellt â und das, ohne dass Jan VoH zu einer Einvernahme gebeten worden wĂ€re. Anscheinend hatte sich der Staatsanwalt das Video vom Ried-Spiel angeschaut und befunden, dass da von einem strafbaren Tatbestand ĂŒberhaupt keine Spur war. (Leider konnte die StA bei dieser Gelegenheit Adte Nuhius regulĂ€res, vom Schiri aber nicht gegebenes Tor nicht nachtrĂ€glich anerkennen â dann hĂ€tte der junge Rapid-StĂŒrmer âNutschiâ
[Bild] endlich seinen ersten Bundesliga-Treffer auf dem Konto!)
England ist eine andere Welt, aber österreichische Spieler sind âsehr fitâ
Auf seine EinschĂ€tzung des österreichischen FuĂballs â abseits von wildgewordenen Ried-FunktionĂ€ren! â angesprochen, meinte Vennegoor of Hesselink, der in Holland (Twente, PSV), Schottland (Celtic) und England (Hull City) gespielt hat, in Holland werde technisch besser gespielt und es gebe da vielleicht zwei, drei Mannschaften, die ĂŒber die österreichischen Klubs zu stellen seien. Aber grundsĂ€tzlich könne Ăsterreichs FuĂball sowohl mit Schottland als auch mit dem Durchschnitt der niederlĂ€ndischen Vereine durchaus mithalten. Die Physis der Spieler sei hierzulande sogar besser als dort. âAlle Spieler sind sehr fit in Ăsterreichâ, meinte VoH. Einen Vergleich des österreichischen mit dem englischen FuĂball könne man dagegen (trotz Rapids Erfolgen gegen Aston Villa) nicht anstellen: âEngland ist eine andere Weltâ, begrĂŒndete das der ehemalige Hull-Spieler. Der SK Rapid sei aber jedenfalls in ganz Europa bekannt. Wenn man vom österreichischen FuĂball spreche, dann falle ĂŒberall zuerst der Name âRapidâ, erzĂ€hlte Jan Vennegoor.
Old Trafford der beeindruckenste Ground, West Ham ein âechter Kult-Klubâ
Ă propos England: Sein Jahr in England, beim spĂ€teren Premier League-Absteiger Hull City habe er trotz der schwierigen Situation beim Klub genossen, verriet Jan, der von Celtic in die PL gekommen war. In den englischen Stadien zu spielen sei ein einmaliges Erlebnis, ein Genuss gewesen! Welcher âgroundâ ihm am meisten imponiert habe, fragte ich. âOld Traffordâ, sowohl vom Stadion als auch von den Fans her, meinte er. Die Frage nach West Ham United konnte der RAPIDHAMMER natĂŒrlich nicht auslassen, und da meinte VoH, die Hammers seien âein echter Kult-Klubâ und das Stadion am Upton Park habe ihm auch sehr gut gefallen. Die Hammers haben fantastische âfanatische Fansâ, sagte Jan, leider hĂ€tten finanzielle Probleme die Mannschaft beeintrĂ€chtigt. Der bei den Heimspielen von West Ham United vor Spielbeginn gespielte Kultsong âBubblesâ hat VoH allerdings nicht wahnsinnig beeindruckt: West Ham hat âBubblesâ, aber âRapid hat Andy Marek!â wĂŒrdigte Rapids Nummer 10 den grĂŒn-weiĂen Platzsprecher und Fanbetreuer.
Und warum hat es in Hull gar nicht geklappt hat, obwohl der von mir befragte Hull-Experte Marcus Dysch dem HollĂ€nder anlĂ€sslich seines Wechsels zu Rapid ein âstrong cracking finishâ attestiert hatte? Das Zusammenspiel in der Mannschaft habe ĂŒberhaupt nicht hingehauen, meinte Jan, der es in der PL in 31 Spielen auf nur 3 Treffer brachte. Man habe in der vorigen Saison (2008/09) die Niederlagenserie, die in der zweiten SaisonhĂ€lfte der zunĂ€chst sensationellen ersten Spielzeit der âTigersâ in der Premier League begonnen hatte, nahtlos fortgesetzt und man sei da einfach nicht mehr herausgekommen. Auch sei das Umfeld im Klub recht unruhig gewesen, bedauerte der NiederlĂ€nder, der bei der WM 2006 und bei der EM 2008 fĂŒr sein Land gespielt hat. Mit dem Abstieg von Hull war er dann ohne Vertrag und ablösefrei zu haben.
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Wieder ein Johann bei Rapid
Jan, das ist die niederlĂ€ndische Form von Johann â und offensichtlich hat Jan Vannegoor of Hesselink eine AffinitĂ€t zur Stadt des Johann Strauss (und des Johann Krankl !). Rapid und Wien hĂ€tten ihm, nachdem er sich im Sommer als âfree agentâ umgeschaut hatte, das beste âfeelingâ gegeben, hat der StĂŒrmer schon frĂŒher in einem Interview gesagt. Und das bestĂ€tigte Jan, der am 7. November seinen 32. Geburtstag gefeirt hat, auch nach 11 Wochen in der österreichischen Hauptstadt. Die ersten sechs Wochen im Renaissance Hotel in Meidling seien zwar schwierig gewesen, aber seit die Familie mit den Kindern da ist, geht es ihm wirklich gut und Wien sei eine phantastische Stadt fĂŒr ihn und die family, schwĂ€rmt er.
Nur das Training mache derzeit gar keinen SpaĂ: Kraftkammer statt Balltraining, das sei das Schlimmste, was einem FuĂballer passieren könne. In drei Wochen soll die Vennegoor-lose Zeit bei Rapid aber ĂŒberstanden sein â im AuswĂ€rtsspiel gegen die Austria Wien will der HollĂ€nder wieder dabei sein!
November 9, 2010 at 10:38 am
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