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Gott war gegen ManCity

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Milans brasilianischer Superstar Kaká hätte sein Einkommen verdoppeln können, wenn er von Mailand in die Eastlands zu Manchester City gewechselt wäre.

Mit seinem Vater und Berater, den das fast schon unmoralische Angebot der Petro-Scheichs lockte, lieferte sich der Weltfußballer 2007 heiße Diskussionen, ob man dieses annehmen sollte. Und AC Milan-Präsident Silvio Berlusconi hätte von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus kaum anders entscheiden können, als die angebotene Transfersumme von weit über 100 Millionen Euro zu akzeptieren.

Doch der Deal kam nicht zustande. Und ich bin froh darüber.

Milan-Präsident Berlusconi sagte, er habe das Angebot von Manchester City schließlich abgelehnt, weil Kaka selbst entschieden habe, bei Milan zu bleiben. Geld ist nicht alles im Leben, habe Kaka ihm gesagt. Er bleibe wegen seiner Freunde und seiner Fans lieber in Mailand.

Und Kaka selbst meinte, er glaube die richtige Entscheidung getroffen zu haben. “Zu Manchester City zu gehen hätte eine große Sache sein können”, sagte der gläubige Brasilianer, “aber in den letzten Tagen habe ich viel gebetet, um zu verstehen, welches Team das richtige ist und am Ende habe ich mich entschieden, in Mailand zu bleiben.”

Auch wenn es bei dem Einkommensniveau, das Kaka bei bei Milan genießt, leicht scheint zu sagen, dass Geld nicht alles ist, ist es doch eine bewundernswerte Entscheidung gewesen, sich für den AC Milan und gegen eine Verdoppelung des Einkommens auf der Insel zu entscheiden.

Es ist gut, dass Kaka bewiesen hat, dass man auch in der Welt des Fußballs für Geld nicht alles kaufen kann.

January 20, 2009 at 10:31 pm Leave a comment

Georg Grasser: ÖFB-Youngster auf den Spuren von Ferdinand, Carrick & Co

grasser

England, der Traum eines jeden Fußballers.
Der 18-jährige Steirer Georg Grasser darf diesen Traum seit dem heurigen Sommer leben. Und das nicht bei irgendeinem Verein.
Grasser wurde von den Scouts des Londoner Traditionsvereins West Ham United gesichtet und verpflichtet. “Claret and Blue” ist also momentan der Lebensmittelpunkt des talentierten Ex-GAKlers.
Der Linksallrounder nimmt in einem Interview, das vom RAPIDHAMMER gemeinsam mit Simon Charamza von LAOLA1 geführt wurde, zu seinem Leben in London, dem Training bei West Ham, seinen Schwierigkeiten bei der Umstellung und dem Klasseunterschied zwischen Österreich und England Stellung.

FRAGE: Georg, wie kam es zum Kontakt mit West Ham?
Georg Grasser: Bei einem England-Aufenthalt mit meiner Klasse aus der GAK-Akademie hatten wir Freundschaftsspiele gegen Tottenham, Charlton und auch West Ham. Daraufhin bekam ich eine Einladung für eine Woche Probetraining…

FRAGE: Schon zu Beginn dieses Jahres konnte man von deinem möglichen Wechsel zu West Ham lesen. War es eine bewusste Entscheidung, bis zum Sommer zu warten, oder konnten sich die Vereine nicht einigen?
Grasser: Wie gesagt, war es am Beginn dieses Jahres ein „möglicher“ Wechsel und es dauerte einfach eine gewisse Zeit, bis alle Bedingungen zur allseitigen Zufriedenheit ausverhandelt waren.

FRAGE: Was sprach gerade für die Londoner?
Grasser: Ein gutes Angebot, mit den richtigen Möglichkeiten, um sich als Jugendspieler noch zu entwickeln. West Ham ist in England dafür bekannt, sehr erfolgreich Spieler aus der eigenen “Youth Academy” in die Kampfmannschaft zu integrieren (Anm. d. Red: unter anderem Frank Lampard, Joe Cole, Michael Carrick, Rio und Anton Ferdinand, jüngst etwa Freddie Sears oder Jack Collison).

FRAGE: Hattest du immer schon ein Faible für den englischen Fußball und welcher ist dein Lieblingsklub auf der Insel?
Grasser: Meiner Meinung nach ist die englische Premier League eine der besten Ligen der Welt, wenn nicht die Beste. Mein Lieblingsklub ist natürlich West Ham.

FRAGE: War West-Ham-Sportdirektor Gianluca Nani in deinen Transfer eingebunden oder lief das ausschließlich über den Leiter der Akademie, Tony Carr?
Grasser: Für mich waren Jimmy Hampson und Tony Carr die Ansprechpartner. Die letzten Details wurden mit Klubsekretär Peter Barnes verhandelt.

FRAGE: Wo liegen die größten Unterschiede im Training zwischen einer österreichischen Akademie und der U18 von West Ham? (Bild rechts: Georg Grasser in der mittleren Reihe, 3. v. r., Photo: WHUFC)
Grasser: Die U18 in England entspricht einer U19 in Österreich. Das Training ist körperlich anspruchsvoller, es wird auf ein bis zwei Kontakte gedrillt. Im Training will jeder das Trainingsmatch gewinnen.

FRAGE: Wie ist das Niveau der Premier Academy League, in der die U18 von West Ham spielt, verglichen mit Österreich?
Grasser: Aus meiner Sicht nicht zu vergleichen, da es zwei verschiedene Arten sind, Fußball zu spielen.

FRAGE: War die Umstellung hart?
Grasser: Die Umstellung war für mich anfangs sehr hart, da ich körperlich nicht ansatzweise auf dem Level war, auf dem die anderen Spieler waren.

FRAGE: Wo hast du dich durch den Wechsel nach England besonders verbessern können?
Grasser: Zweikampf, Defensivarbeit, Ausdauer und Spielschnelligkeit.

FRAGE: Welchen Stellenwert hat aus heutiger Sicht deine Ausbildung beim GAK oder vorher bei Sturm?
Grasser: Die GAK-Akademie war auf jeden Fall ein guter Ort um mich zu entwickeln, auch mit Erfolg. Und im Endeffekt hat mir der GAK erst den Weg nach England ermöglicht.

FRAGE: Könntest du auch unter bestimmten Voraussetzungen zum GAK zurückkehren?
Grasser: Da ich nach Ende meines 2-Jahres Vertrages ablösefrei zu haben bin, ja.

FRAGE: Trainiert ihr ebenso wie die „Erste“ in Chadwell Heath?
Grasser: Wir trainieren vormittags in Little Heath, und nachmittags nach einem Mittagessen meistens im gemeinsamen Trainingszentrum in Chadwell Heath.

FRAGE: Welche Berührungspunkte gibt es mit dem Trainerteam des „First Teams“?
Grasser: Da wir uns im gleichen Areal aufhalten, kommt es oft zu Berührungspunkten. Bei den Trainingseinheiten der Reserves (wo ich des öfteren trainiere) nehmen sie auch manchmal aktiv teil (“can we have a little game please?!”).

FRAGE: Welche Unterschiede waren nach dem Abgang des bisherigen WHU-Managers Alan Curbishley und der Bestellung von Gianfranco Zola als neuem Chefcoach feststellbar?
Grasser: Eine Umstellung des Spielsystems auf 4-3-3, wobei versucht wurde, dieses so gut wie möglich auch in der Reserve und in den Youth-Teams zu praktizieren.

FRAGE: Hast du schon öfters Heimspiele von West Ham besucht und wie waren deine Eindrücke?
Grasser: Wenn terminlich möglich, sind alle Jugendspieler bei den Heimspielen anwesend. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie ein Stadion mit 35.000 Plätzen jede Woche ausverkauft ist und die Fans die Spieler unterstützen – auch wenn das Spiel oder gar die Saison nicht so gut läuft. Und es gibt sogar noch Bedarf für mehr Karten.

FRAGE: Trevor Brooking, der bei der englischen FA als „Director of Football Development“ für die Jugendarbeit zuständig ist, hat jüngst wieder eine stärkere Förderung der englischen Jugendspieler eingefordert. Wie viele Engländer und wie viele Ausländer stehen im Spielerkader von West Hams U18 und woher kommen diese?
Grasser: Es ist nicht wirklich zählbar, da Spieler zwischen Reserves, U18 und U16 wechseln. Aber es gibt einige Ausländer (Ungarn, Spanien, Polen, Island…). Im Verhältnis sind es aber mehr Engländer als Ausländer.

FRAGE: Du bist ja mittlerweile – am 3. Oktober – 18 geworden. Wie lange kannst du beim Akademie-Team bleiben und wie sind die Perspektiven in Bezug auf deine Weiterentwicklung bei West Ham?
Grasser: Ich könnte theoretisch auch nächstes Jahr noch in der U18 spielen, weil es erlaubt ist, drei Spieler im Kader zu haben, die älter sind. Ich rechne allerdings damit, dass ich meinen Platz in der zweiten Mannschaft finden werde, weil ich auch dieses Jahr schon einige “Reserves”-Spiele gehabt habe. Gegen Fulham übrigens von Beginn an. (Bild rechts: Georg Grasser beim Aufwärmen mit Phil Spector und Matty Etherington)

FRAGE: Auf welcher Position spielst du am liebsten und wie siehst du da deine Chancen auf regelmäßige Einsätze?
Grasser: Ich spiele am liebsten im Drei-Mann-Mittelfeld auf der halb-linken Position. Ich denke auch, dass ich gute Chancen habe, dort in Zukunft regelmäßig zum Einsatz zu kommen.

FRAGE: Hattest du schon einmal eine längere Verletzungspause?
Grasser: Knock on Wood! Nein.

FRAGE: Berät dich in Sachen Transfers noch dein Vater oder holst du dir professionelle Ratschläge von einem Spielermanager?
Grasser: Ich habe noch mit keinem Spielermanager einen Vertrag und bin bis jetzt mit der Beratung meines Vaters gut gefahren. Wir werden aber zeitweise von der Agentur „Stars and Friends“ beraten.

FRAGE: Im Gegensatz zu Dominik Hofbauer und Andreas Weimann, die bei Aston Villa spielen, warst du bei den EM-Qualifikationsspielen gegen Schweden, Island und Mazedonien nicht im Kader des ÖFB-U19-Teams. Gab’s einen besonderen Grund dafür und wie geht es mit deiner Karriere im Nationalteam weiter?
Grasser: Ich war das ganze Jahr vor der EM-Quali bei jedem Spiel und jedem Lehrgang dabei. Ich war natürlich enttäuscht über die Entscheidung der Trainer, und auch wie sie kommuniziert wurde. Allerdings nutzte ich daraufhin die Möglichkeit, mich in West Ham weiterhin gut einzugewöhnen. Ich weiß nicht, wie es mit mir im Nationalteam weitergeht, ich hoffe jedoch sehr, bald wieder eine Chance zu bekommen. Ich spüre schon, dass ich hier viel dazulerne und dem Team eine Hilfe sein kann.

FRAGE: Hast du Kontakt zu anderen Österreichern, die in England spielen?
Grasser: Ich treffe mich regelmäßig mit Johnny Ertl von Crystal Palace. Wir versuchen den Kontakt durch Treffen der „Kernöl-Connection“, ins Leben gerufen von einem Bekannten aus Graz, aufrecht zu halten.

FRAGE: In welcher Gegend von London wohnst du?
Grasser: Ich wohne in Essex, Romford. In einem Haus, in dem alle Jugendspieler wohnen, die nicht in der Nähe leben, beziehungsweise aus einem anderen Land kommen.

FRAGE: Inwieweit gefällt dir die britische Mentalität und die Sprache?
Grasser: Die britische Mentalität bezogen auf Fußball tut mir sehr gut, weil Fußball von vielen Engländern gelebt wird, auch wenn sie keine Fans sind. Die Sprache gefällt mir auch sehr und es macht mir Spaß Englisch zu sprechen. Ich denke auch, dass es ein Vorteil ist, wenn man Englisch als Fremdsprache beherrscht.

FRAGE: Hast du beim Klub einen englischen „Nick Name“ bekommen?
Grasser: Wenn man George als Nickname bezeichnen kann…

FRAGE: Inwiefern kümmert sich WHU um deine Ausbildung?
Grasser: WHU gibt uns die Möglichkeit die Trainerausbildung zu machen, wobei wir mit Level 2 starten und nächstes Jahr die UEFA-B Lizenz machen. Auch einen Schiedsrichterkurs mit Praxis habe ich schon erfolgreich absolviert. Wir haben jeden Mittwoch-Vormittag „College“ wo wir meist Sportkunde machen. Der Abschluss dieser Ausbildung würde dann die Weiterbildung in bestimmten Fächern an Unis in England möglich machen.

FRAGE: Hast du ein Lebensmotto oder ein sportliches Motto?
Grasser: Ich halte nicht so viel von Leitsprüchen, weil diese auch sehr einschränken können.

FRAGE: Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Grasser: Mein Ziel ist es Profi-Fußballer zu bleiben, in der bestmöglichen Liga. Ich denke allerdings eher von Tag zu Tag, da sich alles auf einmal ändern kann, und man nie weiß, was morgen passiert. So nimmt man vom Leben mehr wahr.

FRAGE: Wie wirst du Weihnachten verbringen?
Grasser: Ich fliege am 19. Dezember von Stansted nach Graz und am 1. Jänner 2009 wieder zurück. Weihnachten wird natürlich mit der Familie zu Hause gefeiert.

RAPIDHAMMER: Vielen Dank für das Gespräch, Georg. Frohe, gesegnete Weihnachten und weiterhin viel Glück bei West Ham United!!

December 22, 2008 at 12:35 pm 2 comments

London 0 Hull 4

KURIER, 20.10.2008 8)
Von wegen “Hull is Dull”: Die “Tigers” sorgen in der Premier League für Aufsehen. “London 0 Hull 4” ist seit Sonntag nicht mehr nur der Titel des Debüt-Albums der 80er-Jahre Kultband “The Housemartins”, sondern auch die Saisonbilanz von Premier-League-Aufsteiger Hull City. Nach Fulham (2:1), Arsenal (2:1) und Tottenham (1:0) musste mit West Ham (1:0) der vierte Klub aus der Hauptstadt als Verlierer vom Platz schleichen.

Nach acht Runden liegen die Liga-Neulinge noch vor Arsenal und Manchester United auf Rang drei der Liga. Völlig zurecht (?). Nicht etwa weil die Mannschaft mit One-Touch-Football begeistert oder mit Kabinettstückchen glänzt, sondern weil sie kämpft bis zum Umfallen. Und weil sie, wie Ex-Bayern-Keeper und Buch-Autor (“Ich”) Oliver Kahn es ausdrücken würde, Eier haben. Nicht viele Teams spielen in Arsenals Emirates Stadion erfolgreich ein 4-3-3.

Manager Phil Brown hat aus einem Haufen von gescheiterten Talenten, von alten Hasen und jungen Wilden ein Team geformt, das sich durch den absoluten Willen auszeichnet ihre Chance in der stärksten Liga der Welt zu nutzen.

Ein “Versager” blüht auf

Wie der Brasilianer Geovanni, der 2003 für rund 21 Millionen Euro von Cruzeiro zum FC Barcelona wechselte. Dort ist er genauso in der Versenkung verschwunden wie später bei Benfica oder Manchester City. Ein klassischer “Versager”, der viel zu wenig aus seinem Talent gemacht hat. Meinten zumindest viele. Bei Hull sorgt er mit seinen Toren für Furore. Beim 1:0-Sieg gegen West Ham war er laut BBC “Man of the Match”.

Oder der Niederländer George Boateng, der nach sechs Jahren bei Middlesbrough auf dem Abstellgleis landetet und die Kapitänsschleife an Emanuel Pogatetz verlor. Oder Peter Halmosi, der sich nicht einmal beim GAK in der Bundesliga durchsetzen konnte.

Kult-Figur

Oder Dean Windass. Der 39-Jährige mit dem klingenden Namen ist die absolute Kult-Figur des Vereins. Der Stürmer war schon als kleiner Jungspund ein glühender Fan und besuchte die Akademie des Klubs. Damals reichte es allerdings nicht für einen Profi-Vertrag. Doch Windass’ Karriere ist symptomatisch für viele Kicker beim Traditionsverein,der in seiner 104-jährigen Geschichte bisher noch nie in der obersten Liga spielte. Er gab nicht auf, wollte beweisen, dass ihm sehr wohl ein Platz im Team gebührt. Also kämpfte er sich durch.

1991 durfte er, dank seiner Hartnäckigkeit, erstmals das bernsteinfarben getigerte Trikot seines Lieblingsvereins überstreifen und sollte es erst wieder 1995 ausziehen. Nach Stationen bei Oxford, Bradford oder Middlesbrough kehrte er 2007 nach Hull zurück und schoss seinen Verein mit dem entscheidenden Tor gegen Bristol in die höchste Liga.

Daneben gibt es rund um Kapitän Ian Ashbee einen verschworenen Haufen, der den Weg aus der vierten Liga gemacht hat und jetzt seine Klasse beweisen will.

Auch wenn der Höhenflug wohl nicht ewig andauern wird und eine Qualifikation für die Champions League, die der derzeitige dritte Tabellenplatz bedeuten würde, ein schöner Herbsttraum bleiben wird, das eine oder andere Mal wird es wohl noch heißen: “Sie haben nicht gut gespielt, aber sie haben gewonnen.”

Im Gegensatz dazu hieß es bei West Ham derzeit wieder mal: “We play good football but we win nothing.”

October 20, 2008 at 8:49 am 1 comment

“Ab und zu ein kluges Buch lesen”

Die Website RapidHammer vergibt in (un-)regelmäßigen Abständen den “Ehrentitel” HANSE DER WOCHE an Personen, die den Verfasser besonders beeindruckt haben. 
Diesmal beweist der RapidHammer, dass er die weite Welt des Fußballs nicht ausschließlich durch die grün-weiße Vereinsbrille betrachtet, ist doch der Geehrte der Trainer jenes Bundesligateams, das dem bisherigen Tabellenführer SK Rapid die erste Niederlage seit Juli zugefügt hat: Paul Gludovatz von der SV Ried. 1:1 in Wien und 1:0 in Oberösterreich lauteten die Ergebnisse in dieser Woche, die Rapid auch die Tabellenführung kosteten.
Und im Spiel vom folgenden Samstag gelang den Riedern unter ihrem 62-jährigen Coach, der sich nach 26 Jahren als Nachwuchscoach beim Österreichischen Fußballbund auf den Schleudersitz eines Vereinstrainers setzte, ein 1:0-Auswärtserfolg gegen Altach.
Es sind aber weniger diese durchaus beeindruckenden Rieder Resultate, die für die “Hanse”-Nominierung den Ausschlag gaben, sondern neben dem Mut, sich mit 62 von der Quasi-Pragmatisierung beim ÖFB – durchaus erfolgreich – in die “freie Wildbahn” begeben zu haben, vor allem ein sehr gescheites Interview, das Gludovatz diese Woche dem STANDARD gegeben hat.

Darin fiel mir besonders die folgende Passage auf:

“Ich frage mich oft, was sich ein 20-Jähriger denkt, der nach dem Training duscht, heimfährt und die restliche Zeit totschlägt. Ich will den selbstverantwortlichen, kompletten Menschen, der sich in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt. Fußballer zu sein bedeutet mehr, als ein Tor zu schießen oder zu verhindern. Er sollte auch ab und zu ein kluges Buch lesen.”

Das gilt sicher nicht nur für Fußballer!

-> Standard-Interview

September 27, 2008 at 10:44 pm 4 comments

Darf das wahr sein? “Austria-Fans killen Goalie”

“Austria-Fans ‘killen’ Goalie” – Das musste man auf dem Titelblatt der Zeitung “Österreich” nach dem gestrigen Wiener Derby lesen, bei dem Rapid-Torhüter Georg Koch durch einen unmittelbar vor ihm explodierten Knallkörper verletzt wurde!

In der Online-Version der Fast-Gratis-Tageszeitung steht zwar nun nur mehr “Austria-Fans schalten Rapid-Goalie aus”, aber die martialische Pritnt-Schlagzeile ist nicht mehr zurückzunehmen. Und ich befürchte, nicht nur einer von den Krawallbrüdern von der Osttribüne wird sich dieses Titelblatt ausschneiden und zu Hause aufhängen.

Laut ORF wurde der Zuschauer, der den Knallkörper Richtung Rapid-Tormann Koch geworfen hat, verhaftet. Er sollte durch die Videoüberwachung zu überführen sein.

Da man das Hineinbringen von Knallkörpern ins Stadion nicht wirklich verhindern kann, müsste man wirklich rigoros gegen die Krawallmacher vorgehen. Warum nicht neben den individuellen Strafen die Austria das nächste Meisterschaftsspiel (oder das nächste Derby) vor leeren Tribünen spielen lassen!? (Detto für alle anderen Vereine, deren Fans sich nicht benehmen und auf gegnerische Spieler losgehen!)

Ein Spielabbruch wäre vertretbar gewesen, war aber nicht möglich, weil Rapid weiterspielen wollte. Ich glaube, das Weiterspielen war eine diskussionswürdige, aber im Ergebnis doch richtige Entscheidung – zumal das Spiel ohnehin 3:0 ausgegangen ist. Ein verdienter Sieg für eine bessere, einsatzfreudigere und über weite Strecken überlegene Rapid-Elf!

August 25, 2008 at 3:04 pm Leave a comment

Helge Payer wie Petr Cech

Rapid-Keeper steht wieder im Tor

In der vergangenen Woche konnte man Tormann Helge Payer beim Rapid-Training nur in der Kraftkammer und beim anschließenden Auslaufen rund um den Trainingsplatz antreffen (Bild oben mit meiner Tochter Anna), seit gestern steht der sympathische Keeper wieder zwischen den Pfosten. RAPIDHAMMER berichtete heute mit Bezugnahme auf Kronenzeitung und KURIER, dass Payer “mit einer eigens von Adidas angefertigten Schutzausrüstung” gestern sein erstes Schusstraining seit Mai absolvierte.
“Das Gefühl beim Hinwerfen war herrlich”, meinte der Rapid-Tormann, der “zumindest bis November einen Schutzpanzer und einen Helm tragen” muss.
Mit Helm spielt ja auch Tschechen- und Chelsea-Keeper Cech, wenn auch aus anderen Gründen. Bei Helge soll die Schutzkleidung Verletzungen vorbeugen, die aufgrund der blutverdünnenden Medikamente, die der Rapidler einnehmen muss, seit bei ihm unmittelbar vor der Euro einen Venenverschluss im Bauchbereich festgestellt wurde, gefährliche Folgen haben könnten.
Auf seiner Homepage zitiert Helge aus einem Artikel der Kronenzeitung, wonach er bei mit seiner Schutzkleidung wie eine Schildkröte gewirkt habe. “Adidas hat mir einen speziellen Schildkröten-Panzer angefertigt”, so der 29-Jährige, der am 9. August Geburtstag hatte.
“60 Prozent der Übungen kann ich machen. Aber ich muss mich noch bremsen, riskiere nichts.” Flugparaden sind tabu, noch fällt Payer beim Tormanntraining nur aus der Knie-Stellung um.
Im November soll eine Untersuchung klären, ob die blutverdünnenden Medikamente abgesetzt werden können und Helge wieder normal trainieren kann. Hoffentlich steht er dann bald wieder im Hütteldorfer Kasten. Denn Helge Payer fehlt der Mannschaft nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.

Ein sehr persönliches Interview mit Helge Payer, kurz nachdem die Thrombose diagnostiziert worden war, kann man -> hier lesen. 

August 21, 2008 at 11:50 am Leave a comment

“A bit more exciting”: mehr Offensive, mehr Spaß!

Was haben West Ham United und Red Bull Salzburg gemeinsam?
Gar nichts, werden die meisten sagen. Und auch ich geniere mich geradezu, des Rapid-Anhängers liebsten Feind – die “Dosen” aus Salzburg – und meine “Hammers” in einem Atemzug zu nennen.
Und doch: die Versprechen für die neue Saison – abgegeben vom neuen holländischen Salzburg-Coach Co Adriaanse einerseits und von West Ham-Midfielder Mark Noble (rechts) andererseits – klingen ähnlich.
Die West Ham Fan-Website KUMB schrieb unter dem Titel “Geezers need excitement” kürzlich:
“Many supporters expressed dissatisfaction with the club’s style of play and results – leading to Noble calling upon his fellow players to give the fans something more to cheer next season: ‘Hopefully it’ll be a bit more exciting than last year – and we can push on into the UEFA Cup places,’ he said.
Und Herrn Adriaanse, den neuen Cheftrainer der roten “Dosen” aus Salzburg, zitiert die SportWoche in ihrer Ausgabe vom Dienstag wie folgt:
Der Offensivfußball “ist mein Stil. Der große Vorteil daran ist, dass Spieler und Zuschauer mehr Spaß haben.”
Hoffen wir, dass Mark Noble, der 21-jährige Eigenbau- und U21-Teamspieler von West Ham bei seinen Teamkollegen und vor allem bei Manager Alan Curbishley Gehör findet. “Mehr Offensive, mehr Spaß” möchte auch ich ganz laut über den Ärmelkanal hinüber rufen, wenn ich an die neue Saison denke!
Aber während es in England bekanntlich beinahe noch 6 Wochen (SECHS WOCHEN !!!) dauert, bis “premier league action” zu bewundern ist, durften die Fans im kleinen österreichischen Fußballzirkus früher als sonst irgendwo in Europa “live action” erleben.
Während beispielsweise in der Schweizer Zehnerliga erst am 18. Juli Kick-off ist, ging’s in Österreich – dem Land mit dem absurd frühen Ligastart – schon gestern Abend, am 8. Juli, los. Und schon kommenden Samstag in der 2. Runde werde ich mich selbst davon überzeugen können, wie Herr Adriaanse es bei Auswärtsspielen mit seiner Devise “mehr Offensive, mehr Spaß” hält: da gastieren die “Bullen” (wollte sagen “Dosen”) bei Rapid im Hanappi-Stadion.
———-
PS: So einen wie Nobes (“West Ham through and through”) gibt’s bei Salzburg natürlich nicht, geschweige denn drei weitere Spieler aus der Vereins-Akademie, die schon im First Team spielen!

July 9, 2008 at 8:20 pm Leave a comment

3 x 0:4 = The Sack?

West Ham v Chelsea 0-4
Liverpool v West Ham 4-0
Tottenham v West Ham 4-0

Last season’s 29th game was against Spurs, too – West Ham lost 3:4 and started “the Greatest Escape” afterwards. The Hammers had only 20 pts. at the same time last year and stood on the last spot in the league table. Now they’ve got 40 pts and are 10th, hence this season has been twice as successful so far. Don’t forget the team had a great run with Curbs in charge last year. This season they beat ManU and Liverpool – and they won enough games to bring us in a position above Tottenham (so far) and miles away from the relegation mire.
But after these three defeats (0-12 !!!) everything will go south unless Curbs is able to motivate his squad and restore the confidence in the team. Though 6th place still is not too far away and could mean qualification for Europe (if England gets an extra ticket for the UEFA cup due to the “UEFA fair play table”) nobody should speak about Champions League and Europe anymore: this is ridiculous. What we need now is rebuilding West Ham’s pride and confidence whatever the final league position is. If Curbs is not able to change fortune now in order to add a good end to a “solid season” he has to be replaced. The next games will show.

March 10, 2008 at 10:30 am Leave a comment

Human Nature

By nature we have no defect that could not become a strength,
and no strength that could not become a defect.

Found at: Rockcity Blog.

February 29, 2008 at 8:55 am Leave a comment

Mein Jahr mit West Ham

Mein Jahr mit West Ham

My Year With West Ham
The second issue of the new Austrian football and sports magazine NULL ACHT is out now.
RAPIDHAMMER has joined the newspaper journalists and wrote an article titled “MY YEAR WITH WEST HAM” – “MEIN JAHR MIT WEST HAM” – as a starter for a regular column about British football, with the main emphasis on West Ham United of course.
Here you can read my article:

MEIN JAHR MIT WEST HAM
“Claret & Blue” – das sind heuer durchaus wieder Modefarben in der englischen Premier League. Aston Villa und West Ham United, die beide in der ausgefallenen Farbkombination “weinrot und blau” spielen, sind zwar keine Titelanwärter, können sich aber Hoffnungen auf die Qualifikation für einen europäischen Cupbewerb machen.
Dabei hatte sich West Ham-Manager Alan Curbishley zu Beginn der laufenden Spielzeit nur “eine solide Saison” gewünscht. Seit dem Wiederaufstieg 2005 – nach zwei Saisonen in der zweiten Liga – hat sich der Klub aus dem East End von London wahrlich wie auf der Hochschaubahn gefühlt.
In der Saison 2005-06 kam man – damals noch unter Manager Alan Pardew – bis ins FA Cup-Finale gegen Liverpool und musste sich nach einem packenden Spiel (3:3) erst im Elferschießen geschlagen geben.
Im Vorjahr dagegen lagen die “Hammers” nach der Übernahme des Klubs durch ein isländisches Konsortium, dem folgenden Trainerwechsel und rechtlichen Turbulenzen um die Spielberechtigung der Argentinier Carlos Tévez und Javier Mascherano die längste Zeit auf einem Abstiegsplatz. Besagter Carlos Tévez und Mark Noble, ein neunzehnjähriger Eigenbauspieler, inspirierten die Londoner aber zu einer fulminanten Aufholjagd, die in einem 1:0-Auswärtssieg gegen Manchester United und dem damit geschafften Klassenerhalt kulminierte.
Tévez wechselte im Sommer zu ManU, für ihn kamen unter anderem Craig Bellamy von Liverpool und Freddie Ljungberg von Arsenal zum Boleyn Ground, der Heimstätte von West Ham.
Dort ertönt vor jedem Spiel die traditionelle Hymne “Bubbles” über die Lust am Produzieren von Seifenblasen und Träumen – auch wenn sie immer wieder zerplatzen. Wenn vor Spielbeginn die 35.000 im regelmäßig ausverkauften Stadion mitsingen, kriegt man wirklich die Gänsehaut. Sportliche Höhepunkte am Upton Park, wie das Stadion in der multikulturellen Green Street nach der nahen U-Bahn-Station auch genannt wird, waren in dieser Saison bislang Siege gegen Manchester United (2:1) und Liverpool (1:0).
Eine “solide Saison” hat sich Manager Alan Curbishley gewünscht. Ob es noch mehr wird, hängt nicht zuletzt davon ab, ob das Verletzungspech, das dem Klub heuer an den Fersen klebt, abgeschüttelt werden kann. Eine Riesenfreude für die “supporters” der “Hammers” wäre es aber auch, wenn man sich heuer als drittbester Premier League-Klub in London etablieren könnte. Die Chance ist da, denn Rivale Tottenham liegt nach einem schwachen Saisonbeginn hinter den “Hammers”.

Visit my weblog www.rapidhammer.blogspot.com !

February 20, 2008 at 11:09 am Leave a comment

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