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Von Rapid zum FC Chelsea
Auf Chelseas offizieller Website findet sich der Name “Prosenik” noch nicht. Die österreichischen Zeitungen (zB der KURIER) berichteten aber groß über den Transfer des 16-jährigen Rapid-Talents Philipp Prosenik zu den Blues.
Vor ein paar Monaten hatte es geheißen, dass Chelsea sein Scouting-Netzwerk verkleinere, um Kosten zu sparen, den Weg nach Wien-Hütteldorf haben die Chelsea-Scouts aber offenbar gefunden.
Ab Sommer wechselt Philipp Prosenik, österreichischer U17-Teamstürmer (vergangene Woche beim 5:0-Sieg der österreichischen U17-Auswahl gegen die Slowakei dreifacher Torschütze), zum Chelsea-Nachwuchs. Der Sohn des ehemaligen ÖFB-Teamspielers Christian Prosenik erhält bei den Londonern einen Dreijahresvertrag und wird vorerst in Chelseas Junioren-Team kicken.
Mit Philipp Prosenik werden nun laut KURIER-Auflistung (“29 Teenager in der Ferne”) sieben junge Österreicher auf der Insel spielen: Neben Georg Grasser (West Ham) versuchen Dominik Hofbauer, Andreas Weimann und Thomas Dau (alle bei Aston Villa), sowie Georg Krenn (Everton) und Elias Wagner (Hearts) ihr Glück in den Nachwuchs- und Reserveteams in England und Schottland.
Für den SK Rapid ist der Transfer aufgrund des jugendlichen Alters des 1,88m großen Angreifers nicht besonders lukrativ: der für seine gute Nachwuchsarbeit bekannte österreichische Rekordmeister erhält € 85.000 Ausbildungsentschädigung. Und statt Prosenik jun. im Sommer in den erweiterten Kader der Ersten aufnehmen zu können, muss Rapid-Sportdirektor Ali Hörtnagl einen gewissen Mario Konrad (26) als Kaderergänzung für den Angriff aus Altach holen. Beim österreichischen Bundesliga-Abstiegskandidaten hatte Konrad, ein früherer Rapid-Jugendspieler, keinen Stammplatz. Er erzielte in dieser Saison in 27 Matches aber immerhin sechs Tore. 2000 hatte er Rapid in Richtung Stuttgart verlassen, hatte dann aber wieder in Österreich bei Bregenz, Kapfenberg, LASK und eben Altach gekickt.
Ob sich Prosenik bei Chelsea wird durchsetzen können? Gerade bei einem “Geldklub” wie den Blues ist das wahrscheinlich noch schwieriger als für Georg Grasser bei West Ham!
Vorbildliche Nachwuchsarbeit
Der von mir sehr geschätzte Herr BLUMENAU vom Radiosender FM4 hat anlässlich des beeindruckenden 5:1-Sieges der (drittklassigen) “Rapid Amateure” gegen das Bundesliga-Team Mattersburg im österreichischen Cup-Achtelfinale die vorbildliche Nachwuchsarbeit beim SK Rapid gelobt.
Während die “Amas” im Cupbewerb bleiben, musste die “Erste” von Rapid ihre Cup-Hoffnungen mit einer 2:3-Niederlage beim derzeitigen Angstgegner Ried bereits begraben.
Blumenaus Artikel möchte der RAPIDHAMMER seinen Lesern nicht vorenthalten:

Vorbildliche Nachwuchsarbeit
Gut, es redet sich leicht gut über ein Projekt nach einem Sensationssieg über einen zwei Klassen höher eingestuften Gegner. Aber die “kleine” Rapid, das B-Team, die Reserve, die Amateure, wie sie offiziell heißen, die sind auch im Liga-Alltag gut dabei. Und – weil das ja, wie wir wissen wichtiger sein sollte – auch im Bereich des Hervorbringens von Talent machen sie einen guten Job. In den ÖFB-Nachwuchs-Auswahlen tummeln sich derzeit neun aus dem Rapid-Ama-Kader.
Insofern tut eine Würdigung nach einem Cup-Sieg gegen die “großen” Mattersburger dann auch kein lustbetontes Hochspielen eines Zufalls, sondern eine Art Abnicken eines sinnvollen Weges.
Wo nämlich andernorts die Zweier-Teams (ich denke dann an die aus der von ziellosen Mäzenen übernommenen Tradition der Unmäßigkeit noch nicht erwachten Teams von Salzburg oder der Austria) sich mit durchaus erstligatauglichen Oldies vollstopfen und somit die Nachwuchs-Pflege (die der einzige nominelle Sinn dieser Mannschaften sind) hintanstellen (um das im Denken der planlosen Vereinsführungen wichtige, nämlich die pure Angeberei in den Mittelpunkt zu rücken), schaffen es derzeit Teams wie Sturm II und Rapid II (und auch die traditionell mit einem guten Nachwuchs gesegnete Admira II) dem sonstwo nur als Lippenbekenntnis präsenten Ja zur Aufbauarbeit auch ein praktisches Gesicht zu geben.
Am Beispiel der Rapid-Amateure.
In Hütteldorf ließ man zu Saisonbeginn fast ein Dutzend von Akteuren zwischen 20 und 23 in die Welt hinaus ziehen, um die neue Saison mit einem Team zu bestreiten, das großteils U20 ist – eine nachwuchspolitisch völlig richtige Maßnahme, die man sich anderswo (in Hinsicht auf Tabellenplätze und kurzfristige Erfolge) spart. Dazu hat auch die (endlich, zu spät erfolgte aber goldrichtige) Maßnahme die zweite Leistungsstufe (die sogenannte 1. Liga, die mit dem lustigen Sponsor Adeg, vormal Red Zac) von überehrgeizigen B-Team-Projekten zu befreien, einiges beigetragen.
Es kam also zu Saisonbeginn zu einer Verjüngung, als wär man eine veritable U20-Mannschaft. High risk.
Nur der Abwehrchef Nerman Jusic fällt da raus, die eh schon beim A-Team reinschnuppernden Lukse und Prokopic sind 20, Stürmer-Hoffnung Trimmel (jüngst beim “Supercup” gegen Horn im Einsatz) ist 21 – der Rest ist drunter.
Die Amateure werden nur im Notfall mit Spielern aus dem A-Team belästigt, die (wie in Salzburg) dort “Spielpraxis” sammeln sollen. Das widerspricht dann dem Aufbau und Lernprozess einer Nachwuchs-Mannschaft, wenn es sich um abgeschobene und lustlose Halbstars handelt, die derlei als Degradierung empfinden und mit einer entsprechenden Einstellung einen Spielfluss kaputtmachen können. Natürlich gibt es hier auch sinnvolle Zwischenlösungen. Leider nur in der Theorie.
Angewandte Integration
Das zweite ganz spezielle am Experiment Rapid Amateure ist die Zusammensetzung der Mannschaft.
Gestern abend im Cup-Achtelfinale gegen Mattersburg liefen 9 Secondos ein, Jungs mit entweder einem multiethnischem Background oder dem, was man Integrations-Hintergrund nennt. Bis auf den rechten Mittelfeldspieler Semsudin Mehic (ein junger Bosnier, der ein sensationelles Tor zum 4:1 erzielte) sind sie allesamt Österreicher. Und somit das lebende Beispiel für sinnvolle Integration, ganz ohne gezielte Programme, Quoten-Forderung oder anderem gut gemeinten, aber inpraktikablen Unsinn.
Wichtig ist nämlich nicht, woher die Eltern der Kicker herkommen, welche Religion die Burschen eh nicht wirklich ausüben, ob ihr Österreichisch akzentfrei oder klischeehaft daherkommt – wichtig ist aufm Platz und im Training und innerhalb des Teams.
Und da schaffte es eine nicht gerade hochgewachsene Mannschaft sich gegen einen Carsten Jancker zu erwehren, schaffte es ein junges, aber taktisch ausgesprochen diszipliniertes Team gegen einen von Coach Lederer wie leider immer eher sauhaufenmäßig eingestellten (und dumm aufgestellten) Gegner durchzusetzen. Gut, würden die halbwegs in Normalform spielen, dann wäre das Spiel spätestens nach dem 1:1 gekippt – so brachte die eigene Unsicherheit den SVM glatt um.
Trainer Andreas Reisinger
hat entweder irre viel Schwein und ein tolles G’spür, oder der einstmals eher lauffaule Ex-Internationale versteckt seine Fähigkeiten jungen Kickern das Wesentliche zu vermitteln sehr geschickt, wenn er in der Öffentlichkeit auftritt.
Sein offensiv ausgerichtetes 4-4-2 (mit dem überaus reifen Zweitkapitän Yasin Pehlivan, der zuletzt im U20-Team mitspielte, in der defensiven und mit Michel Sandic, zuletzt in der U19-EM-Quali dabei, in der offensiven Zentrale) überragt das dümmliche Pseudo-4-5-2, mit dem sich die große Rapid seit Monaten abplagt, natürlich um Längen.
Hier, bei den Amateuren, sind alle Positionen wirklich besetzt.
Die großen Rapidler gingen in Ried hingegen mit einer defensiveren Variante ihres Spiels, einem 4-5-1, baden.
Den zweiten Stürmer brachte Trainer Pacult erst nach dem 3:2.
Reisingers junges Team ist in seiner Grundstruktur so sattelfest, dass es vielleicht sogar einen Trainer der Marke Krankl überleben könnte. Hier laufen nicht nur die Außenspieler (im Fall des bereits erwähnten Mehic und im Fall des bereits allerorten abgefeierten Supertalents Christopher Drazan sogar ultraschnell), sondern auch die Zentrale ist in Bewegung, die Spitzen stören, rochieren und lassen sich fallen, zogen so die unbeweglichen Manndecker a la Lederer mit. Die Abwehr ist eher vorsichtig, was angesichts des Mattersburger Flügeldrucks auch nötig war.
Gemeinsam ist allen: schnelles Umschalten, schnelles Handeln, Mut zum Dribbeln und Mut zum Schuss.
Mut, den kann man nicht kaufen.
Den hat man, oder eben nicht.
Die Verantwortlichen für die Rapid Amateure haben ihn offenbar. Und das geht, weil sie weder als Renommier-Projekt noch als Misttrücherl herhalten müssen, sondern sich ihrem zentralen Zweck widmen können. Andernfalls geht soviel Energie drauf, sich von derlei Funktionärs- und Wichtigtuer-Reinrederei freizuhalten – die fehlt dann anderswo. Und auch weil die Mannschaft recht frei von den üblichen verdächtigen Spielerberatern (nur vier haben überhaupt einen) ist. Und vielleicht, weil auch im Nachwuchsbereich so gedacht wird, zb von U19-Coach Christian -Prosenik, dem Vater eines der Hoffungsträger.
Die Rapid Amateure
spielten mit U18-Teamtorhüter Ertan Uzun im Tor (Andreas Lukse war in Ried im Einsatz), mit Tanju Kayhan aus der großen Kayhan-Sippe rechts in der Abwehr, mit Cem Tosun, dem Bruder des an den DSV verliehenen Cemil, zentral in der Abwehr neben Nermin Jusic, dem 32jährigen Kapitän, der schon im Spiel die Tränen über diesen 5:1-Triumph nicht so recht halten wollte. Links hinten spielt Stephan Palla, U20-Teamkandidat, von Ernst Weber als eines der größten Talente des heimischen Kicks bezeichnet – ein Kandidat für die aktuell zu besetzende Katzer-Position.
Im Mittelfeld rechts der kleine Semsudin Mehic, links der unglaubliche Christopher Drazan (zuletzt auch im U19-Teameinsatz), zentral defensiv der grandiose Yasin Pehlivan (U20), zentral offensiv Michel Sandic (U19).
Vorne war neben Shooting-Star Christopher Trimmel (der als bester Burgenländer auf dem Platz bezeichnet wurde) diesmal Serkan Ciftci im Einsatz.
Thomas Bergmann kam für Mehic und sorgte für ein grandioses Tor, die Einwechslungen von Philipp Prosenik, 15, aber schon im U17-Team!) und Muhammed Ildiz, 17, vor der Liga-Saison mit einem speziellen Förderungspreis ausgezeichnet, waren eher sowas wie Belobigungen. Dazu kommen noch Ersatztormann Bartosch und Abwehrspieler Emanuel Sakic.
Verletzt sind Prokopic und Marcel Toth, zum Team gehören noch Stefan Holzmeier, Arvedin Terzic und Mehmet Sütcü sowie die Coaches Thomas Mattersdorfer, Erich Macho und sicher viele andere mehr.
Bitte weiter so.
Vorsicht: Zeitunglesen gefährdet Ihre Laune
Der morgendliche Blick in den “Kurier”, den man meist schon lange vor 6 Uhr Früh vor unserer Wohnungstüre findet, war heute (29.10.2008 8) doppelt deprimierend:
Der SK Rapid war gestern Abend gegen Ried (2:3) aus dem österreichischen Cup ausgeschieden und die Kurse meiner Immobilienaktien waren weiter gefallen.
Ob am Abend das Ergebnis des Premier League-Spieles Manchester United v West Ham United für eine Aufhellung der Stimmung sorgen wird?
Doping – Geißel des Sports
Was haben wir uns gefreut im Sommer. Ganz Österrecih sah sich die eigentlich langweiligen Übertragungen von der Tour de France an. Ein Österreicher vorne mit dabei und am Ende der Bergkönig der Tour: Bernhard Kohl.
Und dann das: “Kohl gedopt” steht da heute (14. Oktober) in der Zeitung. In manchen Blättern noch mit einem Fragezeichen oder mit dem Beisatz, dass die Unschuldsvermutung gilt. Die A-Probe sei positiv auf EPO getestet worden, heißt es. Natürlich muss man die B-Probe abwarten, aber eine Tragödie ist es trotzdem. Der Radsport wieder im Zwielicht, der Held des Sommers ein Loser und Betrüger?
Und wie geht es nun rechtlich weiter?
Mehrere Artikel in der neuen Sportzeitung NULL ACHT – Magazin für Rasenpflege beleuchten in der aktuellen Ausgabe das Problem Doping.
Hier eine etwas erweiterte Version des Artikels über die Doping-Gesetzgebung in Österreich:
Doping im Paragraphendschungel: die Gesetzeslage in Österreich
Von Wolfgang Berger
Die Doping-Affäre rund um die österreichischen Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 kann man getrost als Initialzündung – oder zumindest als Beschleunigungsmittel – für die Erlassung neuer, strengerer Dopingvorschriften in Österreich bezeichnen. Am 27. April 2006 wurde beschlossen, in das Bundes-Sportförderungsgesetz einen Anti-Doping-Abschnitt einzufügen, und im März 2007 trat Österreich dem UNESCO-Übereinkommen 2005 gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Konvention) bei.
Aufgrund der Ratifizierung dieser Konvention rang sich der Gesetzgeber dazu durch, ein eigenes “Anti-Doping-Bundesgesetz 2007” zu schaffen. Kernstück dieses Gesetzes ist die Einrichtung einer neuen Unabhängigen Doping-Kontrolleinrichtung mit der Bezeichnung NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) mit einer zentralen Doping-Gerichtsbarkeit für alle Sportverbände. Die für Information, Prävention und Kontrolle zur Verfügung stehenden Mittel wurden auf 1,2 Millionen Euro erhöht.
Gesetzliche Doping-Definition
§ 1 des Anti-Doping-Bundesgesetzes definiert Doping dahin, dass dieses “die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen” und “der Gesundheit der Sporttreibenden schaden” kann sowie dem “Grundsatz der Fairness im sportlichen Wettbewerb” widerspricht. Zu den mit der Fairness unvereinbaren Praktiken gehören u.a. das tatsächliche oder versuchte Verabreichen verbotener Wirkstoffe, das Verletzen von Meldepflichten und das Einflussnehmen auf Dopingkontrollen. Die Verbotsliste ergibt sich aus dem Anhang zur Anti-Doping-Konvention.
Zentrale Doping-Kontrolle durch die NADA
Die durch das Anti-Doping-Bundesgesetz als GmbH eingerichtete NADA hat ihren Sitz in der Wiener Prinz Eugen-Straße und nimmt seit 1. August 2008 zentral alle Anti-Dopingaufgaben in Österreich wahr. Die vom früheren Bobfahrer und Sporthilfe-Chef Andreas Schwab geleitete GmbH steht zu 51 % im Eigentum der Republik Österreich und zu 49 % in jenem der Bundesländer. Sie übernimmt alle Funktionen des noch als Verein organisierten Anti-Doping-Comités (ÖADC) und auch die bisher bei den Bundessportverbänden eingerichtete Disziplinargerichtsbarkeit bei Doping-Verstößen.
Auf Grundlage der am 9. August 2008 in Kraft getretenen Gesetzesnovelle – der dritten Anti-Doping-Novelle innerhalb von drei Jahren! – hat die NADA zur Erfüllung der bei ihr konzentrierten Anti-Doping-Aktivitäten sechs Expertenkommissionen einzurichten, darunter eine Ethikkommission, drei medizinische Kommissionen und eine Rechtskommission.
Die Sportler verpflichtet das Anti-Doping-Bundesgesetz, sich vor der Aufnahme in die höchste Leistungsstufe zur Mitwirkung an Dopingkontrollen ausdrücklich bereit zu erklären. Dopingkontrollen können mit einigen Einschränkungen “rund um die Uhr” und bei den in den “nationalen Testpool” aufgenommenen Spitzensportlern auch “out of competition” durchgeführt werden.
Dopingkontrollen, die von NADA, WADA, dem zuständigen internationalen Sportverband, dem Olympischen Comité, Veranstaltern und Sportorganisationen angeordnet werden können, sind durch ein aus zwei Personen bestehendes Team durchzuführen. “A-Probe” und “B-Probe” werden dann einem von der WADA zugelassenen Labor anonymisiert vorgelegt. Ist die “A-Probe” positiv und liegt keine Ausnahmegenehmigung der medizinischen Kommission der NADA vor, so werden der Sportler und sein Bundessportverband informiert. Innerhalb von sieben Tagen kann der Sportler dann die Analyse der “B-Probe” – in seiner Anwesenheit – verlangen.
Keine Haftstrafen für Sportler
Gedopte Sportler sind nach österreichischem Recht nicht gerichtlich strafbar, sondern Disziplinarmaßnahmen (Sperren) unterworfen. Außerdem werden die Namen gesperrter Sportler von der NADA veröffentlicht. Bei Verdacht eines Dopingvergehens – vor allem im Falle eines positiven Analyseergebnisses – leitet die NADA unverzüglich ein Disziplinarverfahren vor der Rechtskommission ein. Die Rechtskommission der NADA führt für den von einem Dopingfall betroffenen Sportverband das erstinstanzliche Disziplinarverfahren durch und verhängt die in den Statuten des Verbandes vorgesehenen Strafen bzw. Sperren. Zuerst nur aus drei Mitgliedern bestehend, wurde die Rechtskommission mit der Novelle 2008 auf fünf Mitglieder erweitert. Ihr müssen drei Juristen mit entsprechender Berufserfahrung sowie je ein Experte für Pharmakologie/Toxikologie und Sportmedizin angehören.
Gegen die Entscheidungen der Rechtskommission kann binnen vier Wochen Berufung an eine bei der NADA eingerichtete Unabhängige Schiedskommission erhoben werden. Das Rechtsmittel können der Sportler bzw. dessen Mannschaft oder Verein einbringen. Im Schiedsverfahren entscheiden drei ständige Mitglieder der Schiedskommission zusammen mit zwei weiteren, von Fall zu Fall durch den Sportler sowie den betroffenen Sportfachverband nominierten Mitgliedern. Die Entscheidung der Schiedskommission kann zwar nicht mehr angefochten werden, doch können sich die Betroffenen auch an ein ordentliches Gericht werden und auf dem Zivilrechtsweg etwa auf Unterlassung der Umsetzung einer Sperre klagen. Außerdem kann der internationale Sportgerichtshof CAS in Genf angerufen werden.
Neben den von der NADA verhängten Disziplinarstrafen ist das wesentlichste Druckmittel zur Einhaltung von Anti-Doping-Vorschriften die Rückforderung oder Nichtauszahlung von öffentlichen Sportförderungen. Das Gesetz sieht vor, dass die Einhaltung der Anti-Doping-Regeln in die Förderverträge mit Sportlern und deren Sportverbänden ausdrücklich aufzunehmen ist.
Verschärfte Strafbestimmungen
Während Sportler nach österreichischem Recht wegen Dopings gerichtlich nicht bestraft werden, ist gegen jene, die verbotene Mittel in Verkehr bringen oder bei anderen anwenden, ein gerichtliches Strafverfahren einzuleiten. Bei bestimmten Mitteln (Anabolika, Hormone und Stimulanzien) ist schon der Besitz eines Vorrates strafbar. Die seit der Anti-Doping-Novelle 2008 im Anti-Doping-Bundesgesetz geregelten, verschärften Strafbestimmungen sehen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vor.
Mit den geltenden Anti-Doping-Vorschriften steht in Österreich ein geeignetes Instrumentarium zur Bekämpfung von Doping zur Verfügung. Noch fehlen aber Regelungen, die über die disziplinar- und strafrechtlichen Sanktionen hinaus auch berufsrechtliche Konsequenzen für beteiligte Trainer oder Ärzte vorsehen. Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka hat zwar versprochen, dass sich in dieser Beziehung bald etwas ändern werde, aufgrund der Neuwahlen im Herbst bleibt das Gesetz in dieser Beziehung aber weiterhin zahnlos.
Rapid braucht keine Plakate
Die Wiener Austria, die kommenden Sonntag um 16:00 zum großen Wiener Derby nach Hütteldorf zu Meister Rapid kommt, macht durch eine Plakataktion auf sich aufmerksam. In ganz Wien sichtet man neben den immer zahlreicher werdenden Plakaten für die Nationalratswahl seit einigen Tagen auch violette Affichen mit Schlagworten wie “Spielkultur” und “Kult – die neue Austria”. Dass sich solche Plakate auch nach Hütteldorf, ins grün-weiße Kerngebiet, verirrten, gab Anlass für einige Aufregung.
Für Fußball Plakatwerbung zu machen, ist mal was Neues (wobei die Austria das nun schon zum zweiten Mal in den letzten Jahren versucht). Dass diese Art der Öffentlichkeitsarbeit irgendeinen Fan hinter dem Ofen oder aus dem Schwimmbad hervorholt und ins Stadion bringt, bezweifle ich aber. Das Geld kann man besser investieren!
Rapid jedenfalls hat Plakatwerbung nicht nötig. Das Hanappi-Stadion ist für’s Derby seit Wochen ausverkauft. Ein Glück, dass ich mich als Abo-Besitzer heuer nicht um Tickets kümmern muss.
Am Sonntag muss die Austria das erste Mal in dieser Saison verlieren, das ist klar! Und von unseren Nationalteamspielern Maierhofer und Hoffer wünsche ich mir nicht nur heute Abend in Nizza gegen Italien Tore, sondern vor allem im ausverkauften “St.Hanappi” gegen die Veilchen!
Cup-Hoffnungen
Heute, Dienstag, mittags wird die zweite Hauptrunde des ÖFB-Cups ausgelost.
Der österreichische Fußballcup, seit jeher im Schatten der Meisterschaft, hat nach einem Jahr Pause – im Hinblick auf die Euro wurde im Vorjahr nur ein “Amateur-Cup” ohne die Bundesligavereine ausgetragen – einen neuen Anlauf genommen. Heuer stiegen die Profivereine schon im Sommer in den Cupbewerb ein und bescherten den “Kleinen” in der ersten Hauptrunde durchwegs interessante Partien, auch wenn sich mit Ausnahme von Wacker Innsbruck und Gratkorn (2. Liga) die jeweils höherklassigen Klubs in ihren Duellen durchsetzten (alle Ergebnisse: hier!).
Insgesamt nehmen 90 Klubs am Pokal 08/09 teil. Bis zur vierten Hauptrunde haben die Amateurvereine, sofern sie gegen einen Bundesligaklub (erste und zweite Liga) gezogen werden, Heimrecht. In der ersten und zweiten Hauptrunde werden die Bundesligaklubs gesetzt, danach gibt’s keine Vorteile mehr für sie. Der SV Horn, der Gewinner des Amateur-Cups 2007/08 steigt erst in der 3. Hauptrunde in den Bewerb ein (siehe Durchführungsbestimmungen).
In den letzten fünf Cup-Saisonen stand jeweils die Wiener Austria, traditionell als Cup-Spezialist bekannt, im Finale. Viermal in 5 Jahren gingen die Violetten auch als Pokalsieger vom Platz, insgesamt hat der “FAK” (FK Austria) 26mal den ÖFB-Cup geholt, Rekordmeister Rapid ist mit 14 Erfolgen zweitbester Cupteilnehmer (alle Endspiele seit 1919 siehe hier !).
Rapid, the “Academy of Football”
Nun gibt es nicht nur bei meinen “Hammers” in London die berühmte Academy of Football, auch der SK Rapid Wien kann sich ab sofort so nennen.
Das einzige, was Rapid mit seiner traditionell guten Nachwuchsarbeit bisher zum Status einer Akademie fehlte, war die entsprechende Infrastruktur. Nun hat der SK Rapid mit der Möglichkeit, auch das Sportzentrum in der Südstadt (NÖ) zu nutzen, Akademiestatus erlangt. Das meldete die Website skrapid.at. Akademieleiter ist Rainer Setik.
Bereits im Februar wurde ein entsprechender Antrag beim ÖFB gestellt. Der Antrag wurde angenommen und die Hütteldorfer haben nun Akademiestatus. „Werner Kuhn und Alfred Hörtnagl haben das in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer der Bundessport- und Freizeitzentren, Michael Sulzbacher, und dem Standortleiter der Südstadt, Harald Kraus, ermöglicht“, sagt Rainer Setik.
Sportdirektor Alfred Hörtnagl: „Wir wollen gewährleisten, dass wir künftig noch effizienter arbeiten und uns so ständig weiterentwickeln können. In weiterer Folge wollen wir auch sichern, dass unser Scouting verbessert wird und gute Spieler in diesen Prozess eingegliedert werden.“
Die Nachwuchsmannschaften U15, U17 und U19 trainieren ab sofort auf den teilweise neuen Anlagen im Süden Wiens. Die Jahrgänge darunter bleiben nach wie vor im Hanappi-Stadion.
In Zukunft ist Peter Grechtshammer Nachwuchsleiter von U7 bis U14. Ebenso ist er für das „Junior Project Team“, wo Spieler der U12 bis U14 gezielt gefördert werden, eine Art Vorstufe von „Pro Rapid“ also, zuständig.
Kurt Deringer übernimmt die Rolle des administrativen Leiters und Eduard Wiebogen kümmert sich um die Koordination der Turniere. „Aufgrund des Akademiestatus bin ich mir sicher, dass für alle Nachwuchsteams ein qualitativ hochwertigeres Training zu Stande kommt, da sich die Infrastruktur nun wesentlich verbessert hat. Außerdem stehen uns in Zukunft endlich mehr Plätze zum Trainieren zur Verfügung“, meint Kurt Deringer.
Slomka wär’s gewesen
Den “netten Herrn Slomka” haben ihn die Medien genannt. Das klang ein bisschen abschätzig, man wusste offenbar nicht so recht, was man von ihm halten sollte. Keiner von den ganz großen Namen, die man sich gewünscht hätte, aber immerhin: Vizemeister mit Schalke 04 und Champions League-Viertelfinale. Eine ausländische Lösung hätte mir gefallen, bei Andi Herzog, den ich als Ex-Rapidler und Rekordinternationalen, durchaus mag, habe ich immer das Gefühl, er sei wirklich allzu sehr “der nette Andi” (das liebe “Herzilein”).
Ob Slomka, von dem es heute heißt, er habe dem Fußballbund absagen müssen, der Richtige gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber “Herzilein” wird nun, sollte er aus Zeitmangel, zu wenig Phantasie und mangelnder “Kohle” beim ÖFB doch Teamchef werden, immer den Geruch haben, die “2. Wahl” gewesen zu sein.
Grund für Slomkas Absage: Schalke soll ihm keine Freigabe geben, denn dort steht der seit April beurlaubte ehemalige Mathe-Lehrer noch bis Juni 2009 unter Vertrag (Jahresgage über 1 Mio Euro).
Da müsste der ÖFB halt – wie damals bei Hicke, der bei Rapid nicht nur einen Vertrag hatte, sondern die Mannschaft auch noch in der Champions League trainierte – ein bisserl Geld in die Hand nehmen, um mit Schalke und Slomka eine finanzielle Lösung zu finden. Auf die Frage “Und der ÖFB war nicht bereit, eine Ablöse zu bezahlen?” antwortete Slomka im Interview: “Das stand nie zur Diskussion.” Und das Gehalt, das der ÖFB bietet, ist wohl deutlich unter dem, was Herr Slomka für’s Spazierengehen “auf Schalke” kriegt.
Ja, schön langsam wird’s peinlich: Dass Hicke nach der Euro gehen würde, war doch voraussehbar! Gab’s gar keinen “Plan B”?
Das österreichische Team hat sich bei der Euro nicht blamiert – blamiert sich nun der ÖFB bei der Teamchefsuche?
Fußball ist nicht schwierig

“Fußball ist nicht schwierig. Man muss nur den Ball kontrollieren und zur selben Farbe spielen. Das ist bei jedem System dasselbe”, sagte Red Bull Salzburgs neuer Trainer Co Adriaanse.
Naja, dachte ich, das klingt witzig, das gefällt mir – das ständige Analysieren der verschiedenen Taktiken anlässlich der Euro war interessant, aber auch ein bisschen anstrengend (trotzdem danke, Herr Blumenau!).
Und dann macht der Klub, dessen neuer holländischer Coach auch gesagt hat, der Offensivfußball “ist mein Stil; der große Vorteil daran ist, dass Spieler und Zuschauer mehr Spaß haben”, beim ersten Ligaspiel dem SV Mattersburg sechs Tore rein! Ziemlich ordentlich “zur selben Farbe gespielt”.
Und das mit vier Österreichern in der Mannschaft, wobei Janko drei Tore schießt! Und der in der Saisonvorschau als “ewiges Talent” apostrophierte Ernst Öbster von den “Young Bulls” kriegt eine Bewertung mit “sehr gut” im Kurier.
Na jetzt bin ich gespannt auf Samstag: da spielt Rapid, das mit einer Niederlage gegen Sturm Graz in die Bundesliga gestartet ist, gegen die “Dosen”. Und bei den Hütteldorfern sah’s im ersten Spiel noch so aus, als sei Fußball eher doch schwierig…
Ausverkauf in Hütteldorf?
“Was international schon längst Usus ist (Manchester United launchte sofort nach Bekanntwerden des Vodafone-Deals im Jahr 2000 das ManU-Handy im Klubdesign), hält nun also auch langsam in Österreich Einzug. Dem Firmenmotto “Mehr bewegen” entsprechend, setzen OMV und Rapid auf Synergieeffekte…
Die Umbenennung der Nord- in OMV-Familientribüne ist ein erster Schritt Richtung Stadionvermarktung und wird wohl einigen traditionsbewussten Anhängern nicht gefallen.” …
Am Scheideweg
“Eines ist bei aller berechtigten Freude über frisches Sponsorgeld nicht von der Hand zu weisen: Rapid, das so gerne auf Tradition und Unverkäuflichkeit pocht, unterscheidet sich mittlerweile kaum mehr von anderen Klubs. Es scheint, als habe der Ausverkauf in Hütteldorf begonnen. Ein Umstand, mit dem der Fan leben muss.
Rapid steht wie jeder andere Verein am Scheideweg. Mit Geld und Zugeständnissen an Sponsoren um die Spitze fighten – oder der Absturz in die Bedeutungslosigkeit.”
Der RAPIDHAMMER sieht das nicht so dramatisch:
Dass eine Tribüne einen neuen Namen bekommt, ist im modernen Fußball nichts Außergewöhnliches. Und neben der offiziellen Bezeichnung “Nordtribüne” wurde diese Tribüne vom SK Rapid auch schon bisher als “Familientribüne” bezeichnet. Außerdem kann ja durchaus jeder Fan weiter von der “Nordtribüne” sprechen, wenn ihm das besser gefällt.
Dass der Mineralölkonzern OMV, eines der größten Unternehmen Österreichs, die Patronanz für ein internationales U9-Nachwuchsturnier am 26. April im Hanappi-Stadion, die U19-Mannschaft und eben die nunmehrige “OMV-Familientribüne” übernimmt, sehe ich positiv.
Dass es auf der Familientribüne zu jedem Frühjahrs- auch ein Kinder-Abo gratis geben wird, ist sogar ein besonderes “Zuckerl”, das auch Kritikern der Tribünen-Umbenennung schmecken sollte.
Und dass der Fuhrpark des Traditionsklubs künftig ausschließlich mit Erdgas betrieben werden soll, ist ein positives Zeichen für mehr Umweltschutz.
Also: Keine Angst, ich sehe keinen Ausverkauf in Hütteldorf!



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