“Wir hatten zwar einen tollen Beginn, doch leider sind wir nicht über die Runden gekommen. Trotzdem muss ich der Mannschaft und den Fans ein Kompliment für dieses Jahr aussprechen.”
Rapid-Coach Peter Pacult
East German Hammers
East German Hammers (zum Vergrößern Bilder anklicken!)
Anfang Juni war ich wieder in London. Spielfreie Zeit, live-fußballmäßig “tote Hose” so knapp vor der WM, aber natürlich waren schon alle englischen Medien voll von optimistischen Kommentaren im Hinblick auf die WM in Südafrika. Um ein paar Pfund konnte man sich eine DVD vom ersten WM-Titel ’66 kaufen, dem bald ein zweiter Stern auf dem Trikot nachfolgen sollte. In besseren Händen als in jenen von Fabio Capello habe sich das englische Nationalteam nie befunden, las ich da. Mittlerweile wissen wir’s besser, und dass man schon vor dem World Cup die Kündigungsklausel aus Capellos Vertrag strich, finden jetzt auch nicht mehr alle so gut.
Während ich in London war, bewegte sich was bei den Hammers: Avram Grant, der neue Manager, bekam die Arbeitsbewilligung und auf dem Transfermarkt schlug man erstmals zu. Thomas Hitzlsperger, schon seinerzeit bei Aston Villa “The Hammer” genannt, konnte verpflichtet werden. Nach seiner “Seuchen-Saison” bei Lazio Rom, die ihn auch das WM-Ticket mit der deutschen Nationalmannschaft gekostet hatte, hofft er bei den Hammers wieder an seine Erfolge anschließen zu können.
Auf meinem Twitter-Account äußerte ich mich natürlich darüber, meinte sogar, ich hätte eben selber nach London kommen müssen, damit was weitergeht bei West Ham.
Aber für einen aktuellen Blogpost reichte die Zeit nicht. Und als ich dann zurück in Wien war, war der “Newswert” der beiden Neuigkeiten längst gesunken wie seinerzeit die Immobilienaktien. Die WM stand vor der Tür, die Arbeit lag auf dem Schreibtisch und die englischen Magazine lagen zu Hause, wo ich einfach nicht und nicht dazukam, jene Analyse über England-London-Nationalteam-West Ham etc. etc. zu schreiben, die man nur vor der WM hätte schreiben können.
Und plötzlich, knapp vor dem WM-Start, lag folgendes eMail in meinem Posteingang:
Hallo rapidhammer,
ich lese deine Seite schon ein paar Jahre. Sehr informativ und gut gemacht! Ich bin von den east german hammers, einem lockeren Haufen von West Ham Fans aus dem Osten Deutschlands. Unser Heimatverein ist Erzgebirge Aue (gerade wieder in die 2. Liga aufgestiegen, gekreuzte Bergbau-Hämmer im Logo).
Wir sind jährlich einmal im Boleyn zugange seit 2003. Ok, soviel dazu.Was mich gewundert hat, dass dir die erste Verpflichtung eines Deutschen bei West Ham überhaupt keine Notiz wert war! Wieso das? Ich jedenfalls finde die Verpflichtung von Thomas Hitzlsperger einen Prima Neueinkauf, Thomas “The Hammer” im wahrsten Sinne des Wortes.
Ok, bis neulich dann mal und ne schöne WM!
Up the Hammerrsssss ;-). Come on England!
Thomas
Tja, so ist das mit den Lesern! Man freut sich, dass der RAPIDHAMMER gelesen wird, aber man hat doch auch Erwartungen zu erfüllen!
Zur Wiedergutmachung gibt’s jetzt ein Foto von den East German Hammers in meinem Blog. Herzliche Grüße nach Aue! Up the Hammerrssssss !!!
Drunter sind wir England (We’re England Underneath)
Hymne für die englische Nationalmannschaft
Ein offizielles England-Lied für die Fußball-WM, die am 11. Juni mit dem Spiel Südafrika – Mexiko beginnt, hat die FA diesmal nicht.
Nun sorgt eine Initiative des englischen Tenors Thomas Spencer-Wortley dafür, dass es doch einen World Cup Song gibt! Spencer-Wortley (Bild rechts), der beim Championship-Klub Derby County als offizieller Klub-Tenor vor den Heimspielen singt, lud statt der englischen Teamspieler je einen Fan jedes Klubs der Premiership, der Championship und der League 1 und 2 – unter ihnen Englands Rekordinternationalen Peter Shilton – ein, um gemeinsam “We’re England underneath” einzuspielen.
90 Fans von 90 verschiedenen Klubs, die alle in ihren Vereins-Shirts am 31. März Seite an Seite in den Abbey Road-Studios in London standen, bekundeten:
“Don’t matter what shirt you wear, we’re England underneath.”
Der Song kommt am 24. April auf den Markt. Auf der Homepage von “We’re England Underneath” kann man ihn schon probehören (siehe auch Link ganz unten!) und auch noch mehr darüber erfahren, wie zum Beispiel dass mit der Fußball-Charity “kick4life” zusammengearbeitet wird.
Eine begrüßenswerte Initiative, denn was wäre ein WM-Turnier ohne Hymne!!!
Internet-Link:
-> “We’re England Underneath” zum ersten Mal im Radio (-> Aleena Naylor’s Morning Show/BBC Derby 9.4.2010; beginnt bei ca. 1:17).
Arsenal Away: Der Matchbericht
Vorletztes Wochenende waren Johannes und ich in London bei Arsenal v West Ham im Emirates. Hier mein Matchbericht

Am Stehplatz im Emirates
Gut zwanzig Jahre ist es her, seit der Taylor-Report die Schließung der Stehplatztribünen in den englischen Stadien empfahl und den Startschuss für die Umgestaltung der alten Grounds in moderne sichere Stadien gab. Ein Neubau wie das vor drei Jahren eröffnete „Emirates“ des Arsenal FC bietet feine Architektur und Platz für mehr als 60.000 Zuschauer auf weichen Klappsitzen, die es in puncto Bequemlichkeit mit den Kinostühlen im Megaplex aufnehmen könnten.
Und bekanntlich gilt in England: „During the game please remain seated at all times.“
Aber an diesem Nachmittag im März ist das anders: mit einem Ticket für die „away section“ ausgestattet, sind wir Teil des 3000 Leute starken Ostlondoner West Ham-Blocks, der zwei Sektoren im Unterrang des Emirates hinter dem Tor und in der Kurve einnimmt. Dort bleiben während des gesamten Spiels die roten Sitze hochgeklappt und auch sonst unterscheidet sich die Stimmung hier vom Rest des eleganten Stadions.
Im Bauch des Stadions
Bis kurz vor Spielbeginn ist die Tribüne fast leer, weil das Mitnehmen der Bierbecher nicht erlaubt ist. Flüssiges gibt es nur im düsteren und schmucklosen Betonbauch des „away ends“. Und während es draußen vor Anpfiff noch still ist wie in einer Bibliothek, ist in dieser Gruft schon der mächtige Widerhall von „We all follow the West Ham“ und „Bubbles“ zu hören.
Unterdessen hat Arsenal-Manager Arsène Wenger in einem Statement über die beiden Video-Walls die Aufstellung seines Teams bekannt gegeben und mit einem gut geschnittenen Videoclip voller Arsenal-Tore werden die Zuschauer im roten Rund mit dem eleganten wellenförmigen Abschluss des Oberranges auf das eingestimmt, was da kommen soll. Und es kommt leider allzu bald: das 1:0 für Arsenal nämlich. Die nach Frank Sinatra klingende Arsenal-Hymne, die die West Ham-Supporter mit einem trotzigen „I‘m forever blowing bubbles“ kommentiert haben, ist noch nicht lange verklungen, schon hat Arsenals Denilson nach Doppelpass mit Bendtner auf 1:0 gestellt (5.).

Trotzige “Bubbles”, stille “Library”
Die West Ham-Anhänger antworten auf den Rückstand mit einem noch trotziger klingenden “Bubbles” und unterstützen das Auswärtsteam unverdrossen weiter. Dabei kommen die Cockneys ohne Vorsänger aus und stellen die Arsenal-Fans, die nur unmittelbar nach dem Tor so richtig laut werden, stimmlich die meiste Zeit in den Schatten. Mit einem spöttischen „Shall we sing a song for you?“ werden diese provoziert und als dann der Arsenal-Support kontert, heißt es aus dem West Ham-Sektor in Anspielung auf das alte Arsenal Stadion Highbury: „Hush… it‘s still the Library“.
Bedroht Arsenal – erstmals nach dessen Verletzungspause wieder mit Cesc Fabregas – das Gehäuse von West Ham-Keeper Robert Green mit Freistößen oder Cornern, so versucht man der Hammers-Abwehrreihe mit „Bubbles“ den Rücken zu stärken. Als Robert Green einen gefährlichen Schuss hält, wird er sogleich als „England‘s number one“ besungen und auch die Gegner bekommen ein Liedchen: die gelbe Karte für Sol Campbell wird mit „He‘s going home in a minute“ kommentiert.

Fortune’s always hiding …
Und tatsächlich gibt’s zum Ende der ersten Halbzeit eine rote Karte: Arsenal-Verteidiger Vermaelen, der als letzter Mann West Ham-Angreifer Franco im Strafraum zu Fall bringt, wird von Schiri Atkinson ausgeschlossen. Aber für West Ham, diese Saison permanent im Kampf gegen den Abstieg, heißt es wieder einmal „Fortune‘s always hiding“: Alessandro Diamantis Strafstoß wird von Arsenal-Keeper Almunia gehalten, was die Stimmung auf den Rängen hochkochen lässt. Doch nachdem die Bobbies einen allzu rabiaten Cockney abgeführt haben und der Pausenpfiff ertönt ist, beruhigt sich die Situation schnell wieder.
In der Pause werden die besten Szenen aus Hälfte 1 auf den Video-Walls wiederholt, wo sonst während des ganzen Spiels praktischerweise die Aufstellungen beider Mannschaften eingeblendet sind.

Zweite Halbzeit
Die besten Szenen für West Ham sieht man aber nun nach der Pause, als die Hammers gegen 10-Mann-Arsenal auf den Ausgleich drängen. „Go West Ham, play your way“ wird das in Blau spielende Auswärtsteam aus dem „away end“ angefeuert. Als Franco, dessen letzte Aktion leider nur ein Abseitstor ist, aus- und West Hams bester Stürmer Carlton Cole endlich eingewechselt wird, begrüßt man ihn mit einem aufmunternden „You‘ve got the power to go, believe it“ und das „Come on you Irons“ hallt noch einmal kraftvoll durchs Stadion.
Da den Hammers aber nichts Zählbares gelingen will – ein Schuss von Cole geht immerhin an die Außenstange -, Arsenal die Partie wieder besser in den Griff bekommt und bei schnellen Gegenstößen stets Gefahr im West Ham-Strafraum verbreitet, werden die Heimfans immer lauter. Der bis zum Beginn der letzten Viertelstunde stimmgewaltige West Ham-Anhang beginnt dagegen, den bis dahin aufrechten Dauer-Support einzustellen und nach einer Fehlpassorgie der Hammers macht sich schön langsam Depression im „away end“ breit. Aber auch jetzt pfeift keiner (wie bei den Heimspielen in vergleichbaren Situationen) und niemand klappt den Sitz nach unten. Im Stehen sehen wir also Arsenals 2:0 aus einem Elfer, und nun hört man endlich auch von den Arsenal-Fans ein paar schöne Choräle.
Die davon unbeeindruckten West Ham-Anhänger kontern wieder einmal mit „60.000 muppets“ und nachdem man schließlich noch einige verbale, von unschönen Handbewegungen begleitete Freundlichkeiten ausgetauscht hat, pfeift der Schiedsrichter das am Ende im strömenden Regen gespielte Londoner Derby schließlich ab.

“That’s only West Ham, mate”
Ordner und Bobbies achten darauf, dass niemand zu lange auf den Rängen bleibt und recht gesittet geht es nun zur Tube-Station Arsenal. Während Arsenal zumindest über Nacht die Tabellenspitze ziert, muss sich der West Ham-Anhang wie gewohnt in Galgenhumor üben:
Dass unser Flieger nach Wien überbucht ist und wir unfreiwillig eine weitere Nacht in London verbringen müssen, kommentiert ein Cockney wie folgt: “It‘s only West Ham, mate. Any other team and you‘d be half way home. Trust me.“
Arsenal – West Ham 2:0 (1:0)
Arsenal: Almunia, Eboue, Campbell, Vermaelen, Clichy, Nasri (Sagna 74), Denilson, Song, Fabregas, Arshavin (Eduardo 83), Bendtner (Diaby 57)
Subs: Fabianski, Silvestre, Rosicky, Walcott
West Ham United: Green, Spector, Tomkins, Upson, Daprela, Diamanti, Behrami, Kovac (Noble 70), Stanislas, Franco (Cole 57), Mido (McCarthy 74)
Subs: Stech, Spence, Ilunga, Ilan
Tore: 1:0 Denilson (4.) 2:0 Fabregas (81.)
Gelbe Karten: Campbell / Kovac, Diamanti, Upson, Daprela
Rote Karte: Vermaelen (43. Notbremse)
Ref: Atkinson
Att: 60,077
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Rapid: Das neue Lied
Zum Saisonauftakt ins “Frühjahr” war’s leider das alte Lied: wie im Vorjahr verlor Rapid sein erstes Spiel nach der Winterpause, diesmal deutlich mit 2:4 gegen den LASK in Linz.
Nach einem weiteren Auswärtsspiel gegen Wr. Neustadt geht’s dann in zwei Wochen endlich wieder im St. Hanappi Stadion los!
Und da sollte dann auch möglichst oft das neue Lied erklingen, um Gegner Red Bull Salzburg wieder vom (dann möglichen) ersten Tabellenrang zu holen. Es gibt nämlich eine neue Torhymne beim SK Rapid, das von Roman Gregory komponierte Rapid-Lied “Wir sind Rapid”.
Hier zum Vergleich:
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und NEU:
Rapid-Kontrastprogramm
Während in England “Schneechaos” herrscht, dem die beiden Ligacup-Semifinali Blackburn v Aston Villa und Manchester City v ManUtd zum Opfer fielen, haben wir in Österreich Fußball-Winterpause. Dennoch verirrte sich der Fußball am Dienstag sogar zu Ingrid Thurnher in die ORF-Nachrichtensendung ZiB 2.
93 Rapid-Anhänger sollen von der StA Wien u.a. wegen “Landfriedensbruch” (§ 274 StGB) angeklagt werden. Sie sind – gemeinsam mit etwa doppelt so vielen weiteren Grünen – nach einer verlorenen Partie gegen den SV Mattersburg im Mai 2009 auf den Wiener Westbahnhof gefahren, um die von einem Auswärtsspiel in Linz heimkehrenden Fans der Austria “abzuholen”. Dort trafen sie allerdings auf Polizisten, die die “Begrüßungszeremonie” verhindern wollten, dafür aber selbst angegriffen worden seien (siehe Bericht sportnet).
Sechs Polizisten sind damals verletzt worden, vier Fußballfans wurden noch an Ort und Stelle festgenommen. Identifiziert wurden 93 Verdächtige mit Hilfe von in der Bahnhofshalle installierten Überwachungskameras.
Ein ziemlicher Kontrast zu dem beeindruckenden Auftreten der Rapid-Fans anlässlich der Auswärtsspiele in der EUROPA LEAGUE im Herbst 2009. Im letzten RAPID-Magazin (12/2009) schrieb dazu Stefan Singer:
“Unvergesslich bleiben die Auftritte in Birmingham, Glasgow und Hamburg, wo große Fußballnationen staunend zur Kenntnis nehmen mussten, welche Fankultur ein im internationalen Vergleich kleiner Verein wie der SK Rapid hervorzubringen vermag. Ohne nennenswerte Zwischenfälle wurde dort die Mannschaft in einer Art und Weise unterstützt, wie man sie in Europa nur ganz selten findet. Ausnahmslosalle internationalen Stimmen, sei es in Medien oder in einschlägigen Diskussionsforen, lobten die Begeisterungsfähigkeit und Stimmgewalt sowie das ordentliche Auftreten der Rapid-Anhänger.
Dies sei auch all jenen ins Stammbuch geschrieben, die immer wieder versuchen, Fußballfans generell zu drangsalieren und zu kriminalisieren (zB Pyrotechnikgesetz): Die Fans des SK Rapid waren wahrscheinlich die in der europäischen Fußballszene am positivsten wahrgenommenen Österreicher der vergangenen Jahre!”
Bleibt zu wünschen, dass die Rapidler weiterhin positiv auf sich aufmerksam machen. Und dass der möglicherweise bevorstehende Prozess (denn noch ist formell nicht Anklage erhoben worden!) nur einzelne “schwarze Schafe” betrifft, nicht aber insgesamt ein gewalttätiges Bild von den Rapid-Fans zeichnet, das so sicher nicht stimmt!
Hamburg, 2. Dezember, 0:2; Wien, 17. Dezember, 3:3
Rapid’s Europa League Campaign In A Nutshell
Auf nach Hamburg!
Das schreibt die WIENER ZEITUNG über das EL-Spiel HSV v Rapid am Mittwoch:
“Die Rapid-Fans haben ihren Spielern schon einiges voraus, sie sind quasi Europacup-Sieger.”
“Wien. Andy Marek war heuer in Europa schon viel unterwegs, alles dienstlich: England, Schottland, Albanien, Israel. Und egal, wo er war, hat er einen Satz immer wieder gehört. “So etwas haben wir noch nicht erlebt.”
Die Rede ist von den Rapid-Fans, die ihren Verein auf der bisher durchaus erfolgreichen Tour in der Europa League begleitet haben. Das Auswärtsmatch beim Hamburger SV am Mittwoch (21.05 Uhr/Sat1, Sky) ist das letzte in diesem Jahr. Am Dienstag hat dorthin eine wahre Völkerwanderung eingesetzt.
Rund 8000 grün-weiße Anhänger werden im Stadion sitzen. Eigentlich hätte Rapid nur Anspruch auf etwa 2900 Karten gehabt, doch im Wochenrhythmus rief Marek, Leiter des Klubservice bei Rapid, in Hamburg an und erbat weitere Kontingente.
Vielleicht endet das Kapitel Europa League am Mittwoch für die Hütteldorfer, denn nur ein Sieg gegen den stark ersatzgeschwächten HSV würde die Tür zur K.o.-Phase weit aufstoßen, ein Remis immerhin noch die theoretische Möglichkeit eines Weiterkommens offen lassen. Doch punkto Fanwanderung darf sich Rapid durchaus bereits als Europacup-Sieger wähnen.
“So etwas gibt es sonst nur bei den Finalspielen. In Hamburg war zwar die WM, aber der Verein hat diese Dimension auch noch nicht erlebt”, sagt Marek, der in den vergangenen Wochen die Reise organisiert hat. Zehn Chartermaschinen fliegen aus Wien nach Hamburg und Hannover, dort warten Busse auf die Fans.
“700 Fans waren mit Rapid in Tel Aviv, mit den Bayern sind nur 120 gefahren”, erzählt Marek. Nach Birmingham wurde die Mannschaft von 1400 Fans begleitet, nach Glasgow zu Celtic von 2500. Hamburg aber sprengt alles. Nur zum Europacup-Finale in Brüssel gegen Paris 1996 waren mehr gekommen (12.000).
Erinnerungen an einst
Andy Marek war vier Jahre zuvor zu Rapid gekommen. Mit seinen 47 Jahren ist er zwar noch zu jung, um ein Urgestein zu sein, aber als er in Hütteldorf begann, war alles anders. “Ich kann mich noch erinnern, als im Hanappi-Stadion tausend Fans gesessen und 37 auswärts mitgeflogen sind”, erzählt er.
Seit einigen Jahren aber hat sich eine enorme Dynamik entwickelt. Nicht nur, dass Rapid immer mehr Fans anzieht, haben diese auch den Wert erkannt, durch Masse, Lautstärke und bedingungslose Anfeuerungsrufe international aufzufallen.
Etwa beim Spiel bei Aston Villa, als das englische Fernsehen immer wieder die Anhänger einfing und die Zeitungen danach ungläubig über die Unterstützung der Fans berichteten.
Gerade in England hatte es einst gegolten, sich allein durch physische Präsenz bis hin zur Gewalt zu profilieren, und auch den Rapid-Fans war dieses Denken lange nicht fremd. Das könnte sich nun geändert haben, gerade die Erfahrungen im Europacup haben den Fans gezeigt, dass auch andere Wege zu Fanruhm führen.
Kleine Irritationen
Freilich ist das bisherige Auftreten der Anhänger keine Garantie, dass beim HSV nichts passiert. Marek erzählt von einem Fan, dem in Hamburg eine Bierdose in einer Hotellobby auf den Boden fiel, was eine kurze verbale Auseinandersetzung mit einem Sicherheitsmann zur Folge hatte. Kein Krawall, nur eine Irritation. “Aber bei 8000 Leuten kann das natürlich zur Potenz passieren”, sagt er.
Viel mehr als einzelne, kleine Zwischenfälle erwartet der Rapid-Tausendsassa nicht. Aber natürlich wieder jenen Satz, den er in dieser Saison schon oft gehört hat: “So etwas haben wir noch nicht erlebt.”
Die grüne Viertelstunde
Rapid Vienna is known for its famous “Rapid Viertelstunde”. Almost since the club’s beginnings, the supporters of the “Greens” have announced the last fifteen minutes of the game by rhythmic clapping at home or away no matter what the score. And to date it’s a trademark of Rapid to have often managed to turn around a seemingly hopeless situation by not giving up and, with the support from the stands, fighting their way to a win just before the final whistle.
Die Mannschaft von Rapid Wien machte mit drei Toren in der letzten Viertelstunde beim 3:1 in Kärnten Trainer Peter Pacult am Mittwoch ein – nicht mehr erwartetes – Geburtstagsgeschenk (bis zur 81. Minute hatte Austria Kärnten 1:0 geführt). NachVerlustpunkten ist Rapid nun schon Tabellenführer in der österreichischen Bundesliga und weist auch das beste Torverhältnis auf (+18).
Rapid Viertelstunde – höchst aktuell
Eine aktuelle Statistik der Zeitung ÖSTERREICH zeigt, dass die “Rapid-Viertelstunde” heuer fröhliche Urständ’ feiert. Nicht nur in Kärnten fielen Tore in den letzten 15 Spielminuten, insgesamt 13 von 29 Saisontoren erzielte Rapid in der immer pünktlich in Minute 75 eingeklatschten Viertelstunde.

Tore in der “Rapid-Viertelstunde”, in der die Fans schon seit den Frühzeiten des vor 110 Jahren gegründeten Vereins die Spieler mit rhytmischem Klatschen noch einmal auffordern, ihr Bestes zu geben – bestes Zeichen für die “never say die-attitude” der kampfkräftigen Grün-Weißen aus Hütteldorf!
Seit 1919 – oder noch länger
Die Geburtsstunde der in aller Welt bekannten “Rapid-Viertelstunde” wird meist mit 1919 angegeben. In der Rapid-Chronik von Roland Holzinger heißt es:
“Das Jahr 1919 hatte für die Hütteldorfer historischen Charakter, denn damals wurde die Rapid-Viertelstunde geboren! Man wiß nicht mehr, bei welchem Spiel es war, aber eines Tages hallte das tatkmäßige Klatschen eine Viertelstunde vor Spielende von den Rängen und tausende Hände feuerten ihre Spieler an, für einen effektvollen Abschluss zu sorgen. Der Rapidgeist hatte eine großartige Anerkennung gefunden!”
Die offizielle Website des österreichischen Rekordmeisters vermerkt aber, dass der Begriff “Rapid-Viertelstunde” tatsächlich sogar noch einige Jahre älter sein dürfte, denn bereits in der ersten Meisterschaftssaison 1911/12 gab es einige Spiele, die erst im Finish entschieden wurden und auch in den Zeitungen war in den Folgejahren immer wieder schon von einer “berühmten Viertelstunde” der Grün-Weißen die Rede. So erzielte Rapid-Stürmer Gustav Blaha im Meisterschaftsschlager gegen den hohen Favoriten WAF am 29. Oktober 1911 in der 75. Minute den 2:1-Siegestreffer. Auch im Rückspiel gegen den WAF, am 16. Juni 1912 auf der Pfarrwiese, fiel das Rapid-Tor zum Ausgleich von 1:1 erst zehn Minuten vor Schluss durch Leopold Grundwald. Ebenso beim letzten Meisterschaftsspiel der Saison zwischen Rapid und Cricket am 30. Juni 1912: Bis zur 84. Minute stand es 1:1, ehe Heinrich Krczal und Josef Schediwy noch auf 3:1 stellten und damit den ersten Meistertitel für Rapid fixierten.
Von 1:5 auf 5:7 – Der Uridil macht’s möglich
Ein besonders leuchtendes Beispiel der “Rapid-Viertelstunde” finden wir im Jahr 1921: In einem Wiener Derby gegen den Wiener AC am 10.4.1921 lag Rapid schon mit 1:5 im heimischen Stadion hinten, zur 75. Minute immer noch mit 3:5. Doch dann folgte eine legendäre Rapid-Viertelstunde und am Ende hieß es 7:5 für Rapid Wien – Torschütze aller sieben Treffer in diesem Spiel auf der Pfarrwiese: Pepi Uridil, der Rapid-Star der Zwanzigerjahre, über den es sogar einen eigenen Schlager gab – den sogenannten Foot-ball-walk “Heut spielt der Uridil”:
“Heut spielt der Uridil, Uridil, Uridil!
Man kann sagen, was man will,
so wundervoll trifft keiner mehr ins Goal!
Jawohl!”
Eine Theorie, die ich zur Rapid-Viertelstunde einmal gehört habe, besagt, dass man fünfzehn Minuten vor Spielende auch jene Zuschauer, die sich keine Eintrittskarte leisten konnten, ins Stadion gelassen hat – und das sind wohl besonders in den Jahren der Wirtschaftskrise in der Zwischenkriegszeit nicht wenige gewesen. Und so hätte der “Arbeiter Sportklub” Rapid in der letzten Viertelstunde auf einen noch stärkeren Anhang zählen können.
Untrennbar mit Rapid verbunden
Wie auch immer, selbst wenn es natürlich nicht in jedem Spiel gelingt, dass der Sieg in dieser Phase herbeigeführt wird – und Rapid oft auch schon vor Minute 75 führt – die Tradition hat sich bis heute bewahrt.
Und das Einklatschen der letzten 15 Minuten ist nicht nur seit fast einem Jahrhundert ein fixer Bestandteil jedes Rapid-Spiels, die “Rapid-Viertelstunde” ist gerade auch heuer wieder untrennbar mit Rapid verbunden.
Also: Auf geht’s Rapid, kämpfen und siegen! Auch nächsten Donnerstag in der Europa League gegen Tel Aviv im Wiener Ernst Happel-Stadion!
Rapid Vienna: Best Fans Ever!
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Tonight Rapid Vienna is playing in Israel against Hapoel Tel Aviv. The workers’ club from the second largest town in Israel (Hapoel = workers) has a bright home record as this season they have not been beaten at home yet.
But having already defeated HSV 3-0 in Vienna and drawn 1-1 away against Celtic Rapid need not be afraid of the team that has beaten Celtic 2-1 but lost out against HSV 2-4 three weeks ago.
After the game in Tel Aviv Rapid will play the same opponent in Vienna and afterwards the green-whites are going to travel to Hamburg to meet German giants HSV on December 2nd, 2009.
The game against HSV which is still unbeaten in the German Bundesliga this season will see 7000 Rapid-fans follow their club to Hamburg. Sectors 13 ABC, 14 ABC and 15 ABC will be reserved for the fans from Austria.
The fans of Rapid Vienna are really the best througout Europe!





“Wir hatten zwar einen tollen Beginn, doch leider sind wir nicht über die Runden gekommen. Trotzdem muss ich der Mannschaft und den Fans ein Kompliment für dieses Jahr aussprechen.”
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