ÖFB Cup-Semifinale ausgelost
Ein “internes Derby” Austria Wien gegen die eigenen Austria-Amateure aus der zweiten Liga kann es im österreichischen Fußballcup-Finale geben. Sollten die jungen “Veilchen” das Semifinal-Heimspiel gegen Admira gewinnen und die “Erste” gegen den nunmehrigen Stronach-Club Wr. Neustadt triumphieren, dann stünden sich die beiden Teams vom Verteilerkreis im Cup-Endspiel gegenüber – was eine wahrhaft kuriose Situation wäre!
Die Halbfinal-Paarungen im ÖFB-Stiegl-Cup, die Sonntag ausgelost wurden, lauten FC Magna Wr. Neustadt gegen Austria Wien und Austria Amateure gegen Trenkwalder Admira.
Der Spieltermin für das Halbfinale ist der 21. April. Wie der Cup-Komitee-Vorsitzende Kurt Ehrenberger bekanntgab, steigt das Endspiel am 24. Mai im Mattersburger Pappelstadion.
ÖFB Cup der Verlängerungen und Sensationen
“Extra Time” gab’s im ÖFB Cup-Viertelfinale durchaus nicht nur einmal.
“Nach Verlängerung” (und Elferschießen!) qualifizierten sich für das Halbfinale die Wiener Austria (gegen Sturm Graz), die Austria Amateure (leider gegen die Rapid Amas, die damit nach zwei Siegen gegen Bundesliga-Teams ausschieden!) und Admira (gegen Rapids Cup-Bezwinger Ried).
Nur Wr. Neustadt, ebenfalls ein Zweitligist, schaffte den Aufstieg (mit einem 2:1-Auswärtssieg gegen Kapfenberg) schon in der regulären Spielzeit.
Damit ist Austria Wien der einzige Bundesligaklub im Halbfinale. Die Violetten könnten sogar auf ihre eigene Amateurtruppe aus der zweiten Liga treffen. Am interessantesten wäre wohl ein Aufeinandertreffen zwischen Magna Wr. Neustadt, dem aktuell von Frank Stronach gesponserten Zweitligaklub, und seinem früheren “Spielzeug” Austria Wien. Mal sehen, was die Auslosung des Halbfinales am kommenden Sonntag bringt!
Gott war gegen ManCity

Milans brasilianischer Superstar Kaká hätte sein Einkommen verdoppeln können, wenn er von Mailand in die Eastlands zu Manchester City gewechselt wäre.
Mit seinem Vater und Berater, den das fast schon unmoralische Angebot der Petro-Scheichs lockte, lieferte sich der Weltfußballer 2007 heiße Diskussionen, ob man dieses annehmen sollte. Und AC Milan-Präsident Silvio Berlusconi hätte von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus kaum anders entscheiden können, als die angebotene Transfersumme von weit über 100 Millionen Euro zu akzeptieren.
Doch der Deal kam nicht zustande. Und ich bin froh darüber.
Milan-Präsident Berlusconi sagte, er habe das Angebot von Manchester City schließlich abgelehnt, weil Kaka selbst entschieden habe, bei Milan zu bleiben. Geld ist nicht alles im Leben, habe Kaka ihm gesagt. Er bleibe wegen seiner Freunde und seiner Fans lieber in Mailand.
Und Kaka selbst meinte, er glaube die richtige Entscheidung getroffen zu haben. “Zu Manchester City zu gehen hätte eine große Sache sein können”, sagte der gläubige Brasilianer, “aber in den letzten Tagen habe ich viel gebetet, um zu verstehen, welches Team das richtige ist und am Ende habe ich mich entschieden, in Mailand zu bleiben.”
Auch wenn es bei dem Einkommensniveau, das Kaka bei bei Milan genießt, leicht scheint zu sagen, dass Geld nicht alles ist, ist es doch eine bewundernswerte Entscheidung gewesen, sich für den AC Milan und gegen eine Verdoppelung des Einkommens auf der Insel zu entscheiden.
Es ist gut, dass Kaka bewiesen hat, dass man auch in der Welt des Fußballs für Geld nicht alles kaufen kann.
Georg Grasser: ÖFB-Youngster auf den Spuren von Ferdinand, Carrick & Co

England, der Traum eines jeden Fußballers.
Der 18-jährige Steirer Georg Grasser darf diesen Traum seit dem heurigen Sommer leben. Und das nicht bei irgendeinem Verein.
Grasser wurde von den Scouts des Londoner Traditionsvereins West Ham United gesichtet und verpflichtet. “Claret and Blue” ist also momentan der Lebensmittelpunkt des talentierten Ex-GAKlers.
Der Linksallrounder nimmt in einem Interview, das vom RAPIDHAMMER gemeinsam mit Simon Charamza von LAOLA1 geführt wurde, zu seinem Leben in London, dem Training bei West Ham, seinen Schwierigkeiten bei der Umstellung und dem Klasseunterschied zwischen Österreich und England Stellung.
FRAGE: Georg, wie kam es zum Kontakt mit West Ham?
Georg Grasser: Bei einem England-Aufenthalt mit meiner Klasse aus der GAK-Akademie hatten wir Freundschaftsspiele gegen Tottenham, Charlton und auch West Ham. Daraufhin bekam ich eine Einladung für eine Woche Probetraining…
FRAGE: Schon zu Beginn dieses Jahres konnte man von deinem möglichen Wechsel zu West Ham lesen. War es eine bewusste Entscheidung, bis zum Sommer zu warten, oder konnten sich die Vereine nicht einigen?
Grasser: Wie gesagt, war es am Beginn dieses Jahres ein „möglicher“ Wechsel und es dauerte einfach eine gewisse Zeit, bis alle Bedingungen zur allseitigen Zufriedenheit ausverhandelt waren.
FRAGE: Was sprach gerade für die Londoner?
Grasser: Ein gutes Angebot, mit den richtigen Möglichkeiten, um sich als Jugendspieler noch zu entwickeln. West Ham ist in England dafür bekannt, sehr erfolgreich Spieler aus der eigenen “Youth Academy” in die Kampfmannschaft zu integrieren (Anm. d. Red: unter anderem Frank Lampard, Joe Cole, Michael Carrick, Rio und Anton Ferdinand, jüngst etwa Freddie Sears oder Jack Collison).
FRAGE: Hattest du immer schon ein Faible für den englischen Fußball und welcher ist dein Lieblingsklub auf der Insel?
Grasser: Meiner Meinung nach ist die englische Premier League eine der besten Ligen der Welt, wenn nicht die Beste. Mein Lieblingsklub ist natürlich West Ham.
FRAGE: War West-Ham-Sportdirektor Gianluca Nani in deinen Transfer eingebunden oder lief das ausschließlich über den Leiter der Akademie, Tony Carr?
Grasser: Für mich waren Jimmy Hampson und Tony Carr die Ansprechpartner. Die letzten Details wurden mit Klubsekretär Peter Barnes verhandelt.
FRAGE: Wo liegen die größten Unterschiede im Training zwischen einer österreichischen Akademie und der U18 von West Ham? (Bild rechts: Georg Grasser in der mittleren Reihe, 3. v. r., Photo: WHUFC)
Grasser: Die U18 in England entspricht einer U19 in Österreich. Das Training ist körperlich anspruchsvoller, es wird auf ein bis zwei Kontakte gedrillt. Im Training will jeder das Trainingsmatch gewinnen.
FRAGE: Wie ist das Niveau der Premier Academy League, in der die U18 von West Ham spielt, verglichen mit Österreich?
Grasser: Aus meiner Sicht nicht zu vergleichen, da es zwei verschiedene Arten sind, Fußball zu spielen.
FRAGE: War die Umstellung hart?
Grasser: Die Umstellung war für mich anfangs sehr hart, da ich körperlich nicht ansatzweise auf dem Level war, auf dem die anderen Spieler waren.
FRAGE: Wo hast du dich durch den Wechsel nach England besonders verbessern können?
Grasser: Zweikampf, Defensivarbeit, Ausdauer und Spielschnelligkeit.
FRAGE: Welchen Stellenwert hat aus heutiger Sicht deine Ausbildung beim GAK oder vorher bei Sturm?
Grasser: Die GAK-Akademie war auf jeden Fall ein guter Ort um mich zu entwickeln, auch mit Erfolg. Und im Endeffekt hat mir der GAK erst den Weg nach England ermöglicht.
FRAGE: Könntest du auch unter bestimmten Voraussetzungen zum GAK zurückkehren?
Grasser: Da ich nach Ende meines 2-Jahres Vertrages ablösefrei zu haben bin, ja.
FRAGE: Trainiert ihr ebenso wie die „Erste“ in Chadwell Heath?
Grasser: Wir trainieren vormittags in Little Heath, und nachmittags nach einem Mittagessen meistens im gemeinsamen Trainingszentrum in Chadwell Heath.
FRAGE: Welche Berührungspunkte gibt es mit dem Trainerteam des „First Teams“?
Grasser: Da wir uns im gleichen Areal aufhalten, kommt es oft zu Berührungspunkten. Bei den Trainingseinheiten der Reserves (wo ich des öfteren trainiere) nehmen sie auch manchmal aktiv teil (“can we have a little game please?!”).
FRAGE: Welche Unterschiede waren nach dem Abgang des bisherigen WHU-Managers Alan Curbishley und der Bestellung von Gianfranco Zola als neuem Chefcoach feststellbar?
Grasser: Eine Umstellung des Spielsystems auf 4-3-3, wobei versucht wurde, dieses so gut wie möglich auch in der Reserve und in den Youth-Teams zu praktizieren.
FRAGE: Hast du schon öfters Heimspiele von West Ham besucht und wie waren deine Eindrücke?
Grasser: Wenn terminlich möglich, sind alle Jugendspieler bei den Heimspielen anwesend. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie ein Stadion mit 35.000 Plätzen jede Woche ausverkauft ist und die Fans die Spieler unterstützen – auch wenn das Spiel oder gar die Saison nicht so gut läuft. Und es gibt sogar noch Bedarf für mehr Karten.
FRAGE: Trevor Brooking, der bei der englischen FA als „Director of Football Development“ für die Jugendarbeit zuständig ist, hat jüngst wieder eine stärkere Förderung der englischen Jugendspieler eingefordert. Wie viele Engländer und wie viele Ausländer stehen im Spielerkader von West Hams U18 und woher kommen diese?
Grasser: Es ist nicht wirklich zählbar, da Spieler zwischen Reserves, U18 und U16 wechseln. Aber es gibt einige Ausländer (Ungarn, Spanien, Polen, Island…). Im Verhältnis sind es aber mehr Engländer als Ausländer.
FRAGE: Du bist ja mittlerweile – am 3. Oktober – 18 geworden. Wie lange kannst du beim Akademie-Team bleiben und wie sind die Perspektiven in Bezug auf deine Weiterentwicklung bei West Ham?
Grasser: Ich könnte theoretisch auch nächstes Jahr noch in der U18 spielen, weil es erlaubt ist, drei Spieler im Kader zu haben, die älter sind. Ich rechne allerdings damit, dass ich meinen Platz in der zweiten Mannschaft finden werde, weil ich auch dieses Jahr schon einige “Reserves”-Spiele gehabt habe. Gegen Fulham übrigens von Beginn an. (Bild rechts: Georg Grasser beim Aufwärmen mit Phil Spector und Matty Etherington)
FRAGE: Auf welcher Position spielst du am liebsten und wie siehst du da deine Chancen auf regelmäßige Einsätze?
Grasser: Ich spiele am liebsten im Drei-Mann-Mittelfeld auf der halb-linken Position. Ich denke auch, dass ich gute Chancen habe, dort in Zukunft regelmäßig zum Einsatz zu kommen.
FRAGE: Hattest du schon einmal eine längere Verletzungspause?
Grasser: Knock on Wood! Nein.
FRAGE: Berät dich in Sachen Transfers noch dein Vater oder holst du dir professionelle Ratschläge von einem Spielermanager?
Grasser: Ich habe noch mit keinem Spielermanager einen Vertrag und bin bis jetzt mit der Beratung meines Vaters gut gefahren. Wir werden aber zeitweise von der Agentur „Stars and Friends“ beraten.
FRAGE: Im Gegensatz zu Dominik Hofbauer und Andreas Weimann, die bei Aston Villa spielen, warst du bei den EM-Qualifikationsspielen gegen Schweden, Island und Mazedonien nicht im Kader des ÖFB-U19-Teams. Gab’s einen besonderen Grund dafür und wie geht es mit deiner Karriere im Nationalteam weiter?
Grasser: Ich war das ganze Jahr vor der EM-Quali bei jedem Spiel und jedem Lehrgang dabei. Ich war natürlich enttäuscht über die Entscheidung der Trainer, und auch wie sie kommuniziert wurde. Allerdings nutzte ich daraufhin die Möglichkeit, mich in West Ham weiterhin gut einzugewöhnen. Ich weiß nicht, wie es mit mir im Nationalteam weitergeht, ich hoffe jedoch sehr, bald wieder eine Chance zu bekommen. Ich spüre schon, dass ich hier viel dazulerne und dem Team eine Hilfe sein kann.
FRAGE: Hast du Kontakt zu anderen Österreichern, die in England spielen?
Grasser: Ich treffe mich regelmäßig mit Johnny Ertl von Crystal Palace. Wir versuchen den Kontakt durch Treffen der „Kernöl-Connection“, ins Leben gerufen von einem Bekannten aus Graz, aufrecht zu halten.
FRAGE: In welcher Gegend von London wohnst du?
Grasser: Ich wohne in Essex, Romford. In einem Haus, in dem alle Jugendspieler wohnen, die nicht in der Nähe leben, beziehungsweise aus einem anderen Land kommen.
FRAGE: Inwieweit gefällt dir die britische Mentalität und die Sprache?
Grasser: Die britische Mentalität bezogen auf Fußball tut mir sehr gut, weil Fußball von vielen Engländern gelebt wird, auch wenn sie keine Fans sind. Die Sprache gefällt mir auch sehr und es macht mir Spaß Englisch zu sprechen. Ich denke auch, dass es ein Vorteil ist, wenn man Englisch als Fremdsprache beherrscht.
FRAGE: Hast du beim Klub einen englischen „Nick Name“ bekommen?
Grasser: Wenn man George als Nickname bezeichnen kann…
FRAGE: Inwiefern kümmert sich WHU um deine Ausbildung?
Grasser: WHU gibt uns die Möglichkeit die Trainerausbildung zu machen, wobei wir mit Level 2 starten und nächstes Jahr die UEFA-B Lizenz machen. Auch einen Schiedsrichterkurs mit Praxis habe ich schon erfolgreich absolviert. Wir haben jeden Mittwoch-Vormittag „College“ wo wir meist Sportkunde machen. Der Abschluss dieser Ausbildung würde dann die Weiterbildung in bestimmten Fächern an Unis in England möglich machen.
FRAGE: Hast du ein Lebensmotto oder ein sportliches Motto?
Grasser: Ich halte nicht so viel von Leitsprüchen, weil diese auch sehr einschränken können.
FRAGE: Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Grasser: Mein Ziel ist es Profi-Fußballer zu bleiben, in der bestmöglichen Liga. Ich denke allerdings eher von Tag zu Tag, da sich alles auf einmal ändern kann, und man nie weiß, was morgen passiert. So nimmt man vom Leben mehr wahr.
FRAGE: Wie wirst du Weihnachten verbringen?
Grasser: Ich fliege am 19. Dezember von Stansted nach Graz und am 1. Jänner 2009 wieder zurück. Weihnachten wird natürlich mit der Familie zu Hause gefeiert.
RAPIDHAMMER: Vielen Dank für das Gespräch, Georg. Frohe, gesegnete Weihnachten und weiterhin viel Glück bei West Ham United!!
Erfolg …
“Erfolgreich zu sein, heißt anders als die anderen zu sein.”
Woody Allen, geb. 1.12.1935
Und noch ein anderes interessantes Zitat von Woody Allen zum Thema:
Vorbildliche Nachwuchsarbeit
Der von mir sehr geschätzte Herr BLUMENAU vom Radiosender FM4 hat anlässlich des beeindruckenden 5:1-Sieges der (drittklassigen) “Rapid Amateure” gegen das Bundesliga-Team Mattersburg im österreichischen Cup-Achtelfinale die vorbildliche Nachwuchsarbeit beim SK Rapid gelobt.
Während die “Amas” im Cupbewerb bleiben, musste die “Erste” von Rapid ihre Cup-Hoffnungen mit einer 2:3-Niederlage beim derzeitigen Angstgegner Ried bereits begraben.
Blumenaus Artikel möchte der RAPIDHAMMER seinen Lesern nicht vorenthalten:

Vorbildliche Nachwuchsarbeit
Gut, es redet sich leicht gut über ein Projekt nach einem Sensationssieg über einen zwei Klassen höher eingestuften Gegner. Aber die “kleine” Rapid, das B-Team, die Reserve, die Amateure, wie sie offiziell heißen, die sind auch im Liga-Alltag gut dabei. Und – weil das ja, wie wir wissen wichtiger sein sollte – auch im Bereich des Hervorbringens von Talent machen sie einen guten Job. In den ÖFB-Nachwuchs-Auswahlen tummeln sich derzeit neun aus dem Rapid-Ama-Kader.
Insofern tut eine Würdigung nach einem Cup-Sieg gegen die “großen” Mattersburger dann auch kein lustbetontes Hochspielen eines Zufalls, sondern eine Art Abnicken eines sinnvollen Weges.
Wo nämlich andernorts die Zweier-Teams (ich denke dann an die aus der von ziellosen Mäzenen übernommenen Tradition der Unmäßigkeit noch nicht erwachten Teams von Salzburg oder der Austria) sich mit durchaus erstligatauglichen Oldies vollstopfen und somit die Nachwuchs-Pflege (die der einzige nominelle Sinn dieser Mannschaften sind) hintanstellen (um das im Denken der planlosen Vereinsführungen wichtige, nämlich die pure Angeberei in den Mittelpunkt zu rücken), schaffen es derzeit Teams wie Sturm II und Rapid II (und auch die traditionell mit einem guten Nachwuchs gesegnete Admira II) dem sonstwo nur als Lippenbekenntnis präsenten Ja zur Aufbauarbeit auch ein praktisches Gesicht zu geben.
Am Beispiel der Rapid-Amateure.
In Hütteldorf ließ man zu Saisonbeginn fast ein Dutzend von Akteuren zwischen 20 und 23 in die Welt hinaus ziehen, um die neue Saison mit einem Team zu bestreiten, das großteils U20 ist – eine nachwuchspolitisch völlig richtige Maßnahme, die man sich anderswo (in Hinsicht auf Tabellenplätze und kurzfristige Erfolge) spart. Dazu hat auch die (endlich, zu spät erfolgte aber goldrichtige) Maßnahme die zweite Leistungsstufe (die sogenannte 1. Liga, die mit dem lustigen Sponsor Adeg, vormal Red Zac) von überehrgeizigen B-Team-Projekten zu befreien, einiges beigetragen.
Es kam also zu Saisonbeginn zu einer Verjüngung, als wär man eine veritable U20-Mannschaft. High risk.
Nur der Abwehrchef Nerman Jusic fällt da raus, die eh schon beim A-Team reinschnuppernden Lukse und Prokopic sind 20, Stürmer-Hoffnung Trimmel (jüngst beim “Supercup” gegen Horn im Einsatz) ist 21 – der Rest ist drunter.
Die Amateure werden nur im Notfall mit Spielern aus dem A-Team belästigt, die (wie in Salzburg) dort “Spielpraxis” sammeln sollen. Das widerspricht dann dem Aufbau und Lernprozess einer Nachwuchs-Mannschaft, wenn es sich um abgeschobene und lustlose Halbstars handelt, die derlei als Degradierung empfinden und mit einer entsprechenden Einstellung einen Spielfluss kaputtmachen können. Natürlich gibt es hier auch sinnvolle Zwischenlösungen. Leider nur in der Theorie.
Angewandte Integration
Das zweite ganz spezielle am Experiment Rapid Amateure ist die Zusammensetzung der Mannschaft.
Gestern abend im Cup-Achtelfinale gegen Mattersburg liefen 9 Secondos ein, Jungs mit entweder einem multiethnischem Background oder dem, was man Integrations-Hintergrund nennt. Bis auf den rechten Mittelfeldspieler Semsudin Mehic (ein junger Bosnier, der ein sensationelles Tor zum 4:1 erzielte) sind sie allesamt Österreicher. Und somit das lebende Beispiel für sinnvolle Integration, ganz ohne gezielte Programme, Quoten-Forderung oder anderem gut gemeinten, aber inpraktikablen Unsinn.
Wichtig ist nämlich nicht, woher die Eltern der Kicker herkommen, welche Religion die Burschen eh nicht wirklich ausüben, ob ihr Österreichisch akzentfrei oder klischeehaft daherkommt – wichtig ist aufm Platz und im Training und innerhalb des Teams.
Und da schaffte es eine nicht gerade hochgewachsene Mannschaft sich gegen einen Carsten Jancker zu erwehren, schaffte es ein junges, aber taktisch ausgesprochen diszipliniertes Team gegen einen von Coach Lederer wie leider immer eher sauhaufenmäßig eingestellten (und dumm aufgestellten) Gegner durchzusetzen. Gut, würden die halbwegs in Normalform spielen, dann wäre das Spiel spätestens nach dem 1:1 gekippt – so brachte die eigene Unsicherheit den SVM glatt um.
Trainer Andreas Reisinger
hat entweder irre viel Schwein und ein tolles G’spür, oder der einstmals eher lauffaule Ex-Internationale versteckt seine Fähigkeiten jungen Kickern das Wesentliche zu vermitteln sehr geschickt, wenn er in der Öffentlichkeit auftritt.
Sein offensiv ausgerichtetes 4-4-2 (mit dem überaus reifen Zweitkapitän Yasin Pehlivan, der zuletzt im U20-Team mitspielte, in der defensiven und mit Michel Sandic, zuletzt in der U19-EM-Quali dabei, in der offensiven Zentrale) überragt das dümmliche Pseudo-4-5-2, mit dem sich die große Rapid seit Monaten abplagt, natürlich um Längen.
Hier, bei den Amateuren, sind alle Positionen wirklich besetzt.
Die großen Rapidler gingen in Ried hingegen mit einer defensiveren Variante ihres Spiels, einem 4-5-1, baden.
Den zweiten Stürmer brachte Trainer Pacult erst nach dem 3:2.
Reisingers junges Team ist in seiner Grundstruktur so sattelfest, dass es vielleicht sogar einen Trainer der Marke Krankl überleben könnte. Hier laufen nicht nur die Außenspieler (im Fall des bereits erwähnten Mehic und im Fall des bereits allerorten abgefeierten Supertalents Christopher Drazan sogar ultraschnell), sondern auch die Zentrale ist in Bewegung, die Spitzen stören, rochieren und lassen sich fallen, zogen so die unbeweglichen Manndecker a la Lederer mit. Die Abwehr ist eher vorsichtig, was angesichts des Mattersburger Flügeldrucks auch nötig war.
Gemeinsam ist allen: schnelles Umschalten, schnelles Handeln, Mut zum Dribbeln und Mut zum Schuss.
Mut, den kann man nicht kaufen.
Den hat man, oder eben nicht.
Die Verantwortlichen für die Rapid Amateure haben ihn offenbar. Und das geht, weil sie weder als Renommier-Projekt noch als Misttrücherl herhalten müssen, sondern sich ihrem zentralen Zweck widmen können. Andernfalls geht soviel Energie drauf, sich von derlei Funktionärs- und Wichtigtuer-Reinrederei freizuhalten – die fehlt dann anderswo. Und auch weil die Mannschaft recht frei von den üblichen verdächtigen Spielerberatern (nur vier haben überhaupt einen) ist. Und vielleicht, weil auch im Nachwuchsbereich so gedacht wird, zb von U19-Coach Christian -Prosenik, dem Vater eines der Hoffungsträger.
Die Rapid Amateure
spielten mit U18-Teamtorhüter Ertan Uzun im Tor (Andreas Lukse war in Ried im Einsatz), mit Tanju Kayhan aus der großen Kayhan-Sippe rechts in der Abwehr, mit Cem Tosun, dem Bruder des an den DSV verliehenen Cemil, zentral in der Abwehr neben Nermin Jusic, dem 32jährigen Kapitän, der schon im Spiel die Tränen über diesen 5:1-Triumph nicht so recht halten wollte. Links hinten spielt Stephan Palla, U20-Teamkandidat, von Ernst Weber als eines der größten Talente des heimischen Kicks bezeichnet – ein Kandidat für die aktuell zu besetzende Katzer-Position.
Im Mittelfeld rechts der kleine Semsudin Mehic, links der unglaubliche Christopher Drazan (zuletzt auch im U19-Teameinsatz), zentral defensiv der grandiose Yasin Pehlivan (U20), zentral offensiv Michel Sandic (U19).
Vorne war neben Shooting-Star Christopher Trimmel (der als bester Burgenländer auf dem Platz bezeichnet wurde) diesmal Serkan Ciftci im Einsatz.
Thomas Bergmann kam für Mehic und sorgte für ein grandioses Tor, die Einwechslungen von Philipp Prosenik, 15, aber schon im U17-Team!) und Muhammed Ildiz, 17, vor der Liga-Saison mit einem speziellen Förderungspreis ausgezeichnet, waren eher sowas wie Belobigungen. Dazu kommen noch Ersatztormann Bartosch und Abwehrspieler Emanuel Sakic.
Verletzt sind Prokopic und Marcel Toth, zum Team gehören noch Stefan Holzmeier, Arvedin Terzic und Mehmet Sütcü sowie die Coaches Thomas Mattersdorfer, Erich Macho und sicher viele andere mehr.
Bitte weiter so.
Vorsicht: Zeitunglesen gefährdet Ihre Laune
Der morgendliche Blick in den “Kurier”, den man meist schon lange vor 6 Uhr Früh vor unserer Wohnungstüre findet, war heute (29.10.2008 8) doppelt deprimierend:
Der SK Rapid war gestern Abend gegen Ried (2:3) aus dem österreichischen Cup ausgeschieden und die Kurse meiner Immobilienaktien waren weiter gefallen.
Ob am Abend das Ergebnis des Premier League-Spieles Manchester United v West Ham United für eine Aufhellung der Stimmung sorgen wird?
London 0 Hull 4
Von wegen “Hull is Dull”: Die “Tigers” sorgen in der Premier League für Aufsehen. “London 0 Hull 4” ist seit Sonntag nicht mehr nur der Titel des Debüt-Albums der 80er-Jahre Kultband “The Housemartins”, sondern auch die Saisonbilanz von Premier-League-Aufsteiger Hull City. Nach Fulham (2:1), Arsenal (2:1) und Tottenham (1:0) musste mit West Ham (1:0) der vierte Klub aus der Hauptstadt als Verlierer vom Platz schleichen.
Nach acht Runden liegen die Liga-Neulinge noch vor Arsenal und Manchester United auf Rang drei der Liga. Völlig zurecht (?). Nicht etwa weil die Mannschaft mit One-Touch-Football begeistert oder mit Kabinettstückchen glänzt, sondern weil sie kämpft bis zum Umfallen. Und weil sie, wie Ex-Bayern-Keeper und Buch-Autor (“Ich”) Oliver Kahn es ausdrücken würde, Eier haben. Nicht viele Teams spielen in Arsenals Emirates Stadion erfolgreich ein 4-3-3.
Ein “Versager” blüht auf
Wie der Brasilianer Geovanni, der 2003 für rund 21 Millionen Euro von Cruzeiro zum FC Barcelona wechselte. Dort ist er genauso in der Versenkung verschwunden wie später bei Benfica oder Manchester City. Ein klassischer “Versager”, der viel zu wenig aus seinem Talent gemacht hat. Meinten zumindest viele. Bei Hull sorgt er mit seinen Toren für Furore. Beim 1:0-Sieg gegen West Ham war er laut BBC “Man of the Match”.
Oder der Niederländer George Boateng, der nach sechs Jahren bei Middlesbrough auf dem Abstellgleis landetet und die Kapitänsschleife an Emanuel Pogatetz verlor. Oder Peter Halmosi, der sich nicht einmal beim GAK in der Bundesliga durchsetzen konnte.
Kult-Figur
Oder Dean Windass. Der 39-Jährige mit dem klingenden Namen ist die absolute Kult-Figur des Vereins. Der Stürmer war schon als kleiner Jungspund ein glühender Fan und besuchte die Akademie des Klubs. Damals reichte es allerdings nicht für einen Profi-Vertrag. Doch Windass’ Karriere ist symptomatisch für viele Kicker beim Traditionsverein,der in seiner 104-jährigen Geschichte bisher noch nie in der obersten Liga spielte. Er gab nicht auf, wollte beweisen, dass ihm sehr wohl ein Platz im Team gebührt. Also kämpfte er sich durch.
1991 durfte er, dank seiner Hartnäckigkeit, erstmals das bernsteinfarben getigerte Trikot seines Lieblingsvereins überstreifen und sollte es erst wieder 1995 ausziehen. Nach Stationen bei Oxford, Bradford oder Middlesbrough kehrte er 2007 nach Hull zurück und schoss seinen Verein mit dem entscheidenden Tor gegen Bristol in die höchste Liga.
Daneben gibt es rund um Kapitän Ian Ashbee einen verschworenen Haufen, der den Weg aus der vierten Liga gemacht hat und jetzt seine Klasse beweisen will.
Auch wenn der Höhenflug wohl nicht ewig andauern wird und eine Qualifikation für die Champions League, die der derzeitige dritte Tabellenplatz bedeuten würde, ein schöner Herbsttraum bleiben wird, das eine oder andere Mal wird es wohl noch heißen: “Sie haben nicht gut gespielt, aber sie haben gewonnen.”
Im Gegensatz dazu hieß es bei West Ham derzeit wieder mal: “We play good football but we win nothing.”
Doping – Geißel des Sports
Was haben wir uns gefreut im Sommer. Ganz Österrecih sah sich die eigentlich langweiligen Übertragungen von der Tour de France an. Ein Österreicher vorne mit dabei und am Ende der Bergkönig der Tour: Bernhard Kohl.
Und dann das: “Kohl gedopt” steht da heute (14. Oktober) in der Zeitung. In manchen Blättern noch mit einem Fragezeichen oder mit dem Beisatz, dass die Unschuldsvermutung gilt. Die A-Probe sei positiv auf EPO getestet worden, heißt es. Natürlich muss man die B-Probe abwarten, aber eine Tragödie ist es trotzdem. Der Radsport wieder im Zwielicht, der Held des Sommers ein Loser und Betrüger?
Und wie geht es nun rechtlich weiter?
Mehrere Artikel in der neuen Sportzeitung NULL ACHT – Magazin für Rasenpflege beleuchten in der aktuellen Ausgabe das Problem Doping.
Hier eine etwas erweiterte Version des Artikels über die Doping-Gesetzgebung in Österreich:
Doping im Paragraphendschungel: die Gesetzeslage in Österreich
Von Wolfgang Berger
Die Doping-Affäre rund um die österreichischen Langläufer und Biathleten bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 kann man getrost als Initialzündung – oder zumindest als Beschleunigungsmittel – für die Erlassung neuer, strengerer Dopingvorschriften in Österreich bezeichnen. Am 27. April 2006 wurde beschlossen, in das Bundes-Sportförderungsgesetz einen Anti-Doping-Abschnitt einzufügen, und im März 2007 trat Österreich dem UNESCO-Übereinkommen 2005 gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Konvention) bei.
Aufgrund der Ratifizierung dieser Konvention rang sich der Gesetzgeber dazu durch, ein eigenes “Anti-Doping-Bundesgesetz 2007” zu schaffen. Kernstück dieses Gesetzes ist die Einrichtung einer neuen Unabhängigen Doping-Kontrolleinrichtung mit der Bezeichnung NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) mit einer zentralen Doping-Gerichtsbarkeit für alle Sportverbände. Die für Information, Prävention und Kontrolle zur Verfügung stehenden Mittel wurden auf 1,2 Millionen Euro erhöht.
Gesetzliche Doping-Definition
§ 1 des Anti-Doping-Bundesgesetzes definiert Doping dahin, dass dieses “die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen” und “der Gesundheit der Sporttreibenden schaden” kann sowie dem “Grundsatz der Fairness im sportlichen Wettbewerb” widerspricht. Zu den mit der Fairness unvereinbaren Praktiken gehören u.a. das tatsächliche oder versuchte Verabreichen verbotener Wirkstoffe, das Verletzen von Meldepflichten und das Einflussnehmen auf Dopingkontrollen. Die Verbotsliste ergibt sich aus dem Anhang zur Anti-Doping-Konvention.
Zentrale Doping-Kontrolle durch die NADA
Die durch das Anti-Doping-Bundesgesetz als GmbH eingerichtete NADA hat ihren Sitz in der Wiener Prinz Eugen-Straße und nimmt seit 1. August 2008 zentral alle Anti-Dopingaufgaben in Österreich wahr. Die vom früheren Bobfahrer und Sporthilfe-Chef Andreas Schwab geleitete GmbH steht zu 51 % im Eigentum der Republik Österreich und zu 49 % in jenem der Bundesländer. Sie übernimmt alle Funktionen des noch als Verein organisierten Anti-Doping-Comités (ÖADC) und auch die bisher bei den Bundessportverbänden eingerichtete Disziplinargerichtsbarkeit bei Doping-Verstößen.
Auf Grundlage der am 9. August 2008 in Kraft getretenen Gesetzesnovelle – der dritten Anti-Doping-Novelle innerhalb von drei Jahren! – hat die NADA zur Erfüllung der bei ihr konzentrierten Anti-Doping-Aktivitäten sechs Expertenkommissionen einzurichten, darunter eine Ethikkommission, drei medizinische Kommissionen und eine Rechtskommission.
Die Sportler verpflichtet das Anti-Doping-Bundesgesetz, sich vor der Aufnahme in die höchste Leistungsstufe zur Mitwirkung an Dopingkontrollen ausdrücklich bereit zu erklären. Dopingkontrollen können mit einigen Einschränkungen “rund um die Uhr” und bei den in den “nationalen Testpool” aufgenommenen Spitzensportlern auch “out of competition” durchgeführt werden.
Dopingkontrollen, die von NADA, WADA, dem zuständigen internationalen Sportverband, dem Olympischen Comité, Veranstaltern und Sportorganisationen angeordnet werden können, sind durch ein aus zwei Personen bestehendes Team durchzuführen. “A-Probe” und “B-Probe” werden dann einem von der WADA zugelassenen Labor anonymisiert vorgelegt. Ist die “A-Probe” positiv und liegt keine Ausnahmegenehmigung der medizinischen Kommission der NADA vor, so werden der Sportler und sein Bundessportverband informiert. Innerhalb von sieben Tagen kann der Sportler dann die Analyse der “B-Probe” – in seiner Anwesenheit – verlangen.
Keine Haftstrafen für Sportler
Gedopte Sportler sind nach österreichischem Recht nicht gerichtlich strafbar, sondern Disziplinarmaßnahmen (Sperren) unterworfen. Außerdem werden die Namen gesperrter Sportler von der NADA veröffentlicht. Bei Verdacht eines Dopingvergehens – vor allem im Falle eines positiven Analyseergebnisses – leitet die NADA unverzüglich ein Disziplinarverfahren vor der Rechtskommission ein. Die Rechtskommission der NADA führt für den von einem Dopingfall betroffenen Sportverband das erstinstanzliche Disziplinarverfahren durch und verhängt die in den Statuten des Verbandes vorgesehenen Strafen bzw. Sperren. Zuerst nur aus drei Mitgliedern bestehend, wurde die Rechtskommission mit der Novelle 2008 auf fünf Mitglieder erweitert. Ihr müssen drei Juristen mit entsprechender Berufserfahrung sowie je ein Experte für Pharmakologie/Toxikologie und Sportmedizin angehören.
Gegen die Entscheidungen der Rechtskommission kann binnen vier Wochen Berufung an eine bei der NADA eingerichtete Unabhängige Schiedskommission erhoben werden. Das Rechtsmittel können der Sportler bzw. dessen Mannschaft oder Verein einbringen. Im Schiedsverfahren entscheiden drei ständige Mitglieder der Schiedskommission zusammen mit zwei weiteren, von Fall zu Fall durch den Sportler sowie den betroffenen Sportfachverband nominierten Mitgliedern. Die Entscheidung der Schiedskommission kann zwar nicht mehr angefochten werden, doch können sich die Betroffenen auch an ein ordentliches Gericht werden und auf dem Zivilrechtsweg etwa auf Unterlassung der Umsetzung einer Sperre klagen. Außerdem kann der internationale Sportgerichtshof CAS in Genf angerufen werden.
Neben den von der NADA verhängten Disziplinarstrafen ist das wesentlichste Druckmittel zur Einhaltung von Anti-Doping-Vorschriften die Rückforderung oder Nichtauszahlung von öffentlichen Sportförderungen. Das Gesetz sieht vor, dass die Einhaltung der Anti-Doping-Regeln in die Förderverträge mit Sportlern und deren Sportverbänden ausdrücklich aufzunehmen ist.
Verschärfte Strafbestimmungen
Während Sportler nach österreichischem Recht wegen Dopings gerichtlich nicht bestraft werden, ist gegen jene, die verbotene Mittel in Verkehr bringen oder bei anderen anwenden, ein gerichtliches Strafverfahren einzuleiten. Bei bestimmten Mitteln (Anabolika, Hormone und Stimulanzien) ist schon der Besitz eines Vorrates strafbar. Die seit der Anti-Doping-Novelle 2008 im Anti-Doping-Bundesgesetz geregelten, verschärften Strafbestimmungen sehen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren vor.
Mit den geltenden Anti-Doping-Vorschriften steht in Österreich ein geeignetes Instrumentarium zur Bekämpfung von Doping zur Verfügung. Noch fehlen aber Regelungen, die über die disziplinar- und strafrechtlichen Sanktionen hinaus auch berufsrechtliche Konsequenzen für beteiligte Trainer oder Ärzte vorsehen. Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka hat zwar versprochen, dass sich in dieser Beziehung bald etwas ändern werde, aufgrund der Neuwahlen im Herbst bleibt das Gesetz in dieser Beziehung aber weiterhin zahnlos.
“Ab und zu ein kluges Buch lesen”
Die Website RapidHammer vergibt in (un-)regelmäßigen Abständen den “Ehrentitel” HANSE DER WOCHE an Personen, die den Verfasser besonders beeindruckt haben.
Diesmal beweist der RapidHammer, dass er die weite Welt des Fußballs nicht ausschließlich durch die grün-weiße Vereinsbrille betrachtet, ist doch der Geehrte der Trainer jenes Bundesligateams, das dem bisherigen Tabellenführer SK Rapid die erste Niederlage seit Juli zugefügt hat: Paul Gludovatz von der SV Ried. 1:1 in Wien und 1:0 in Oberösterreich lauteten die Ergebnisse in dieser Woche, die Rapid auch die Tabellenführung kosteten.
Und im Spiel vom folgenden Samstag gelang den Riedern unter ihrem 62-jährigen Coach, der sich nach 26 Jahren als Nachwuchscoach beim Österreichischen Fußballbund auf den Schleudersitz eines Vereinstrainers setzte, ein 1:0-Auswärtserfolg gegen Altach.
Es sind aber weniger diese durchaus beeindruckenden Rieder Resultate, die für die “Hanse”-Nominierung den Ausschlag gaben, sondern neben dem Mut, sich mit 62 von der Quasi-Pragmatisierung beim ÖFB – durchaus erfolgreich – in die “freie Wildbahn” begeben zu haben, vor allem ein sehr gescheites Interview, das Gludovatz diese Woche dem STANDARD gegeben hat.
Darin fiel mir besonders die folgende Passage auf:
“Ich frage mich oft, was sich ein 20-Jähriger denkt, der nach dem Training duscht, heimfährt und die restliche Zeit totschlägt. Ich will den selbstverantwortlichen, kompletten Menschen, der sich in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt. Fußballer zu sein bedeutet mehr, als ein Tor zu schießen oder zu verhindern. Er sollte auch ab und zu ein kluges Buch lesen.”
Das gilt sicher nicht nur für Fußballer!


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