„Positiv“

“Wos?! Se ham gar ka Gastritis – was red i mit Ihnen, Se Nebochant?!“
(Bronner/Qualtinger, “Travnicek in der Apotheke” 1958)
Ich habe in den mehr als zwei Jahren, die uns die Corona-Pandemie nun schon in Atem hält, immer wieder über sie geschrieben. Bisher aber nur theoretisch…
Doch nun hat das Virus in seiner aktuellen 🦠mikron-Variante mich doch noch erwischt! Mehr als viereinhalb Monate nach dem Booster, jetzt wo wir seit Wochen täglich zwischen 30.000 und manchmal sogar über 50.000 Neuinfektionen in Österreich hatten, war dem Virus offenbar nicht mehr zu entkommen.
Dass die Symptome von 🦠mikron „mild“ sein sollen, trifft für mich erst ab dem dritten Tag zu, aber seither bin ich fieberfrei und fühle mich wieder recht gut.
Das Virus rauscht durch
Nie war das Virus ungefährlicher als jetzt, heißt es in einem Standard-Artikel mit dem Titel „Was uns die Toten sagen“. Aber durch die besonders vielen Fälle drohe erneut eine „Übersterblichkeit“. Dass nach der noch gar nicht lange zurückliegenden, fast völligen Aufhebung der Maßnahmen nun die Pflicht zum Maskentragen wieder ausgeweitet wird, ist wohl richtig. Das Virus rauscht derzeit durch unser Land: so viele Infizierte zur gleichen Zeit gab es auch in meinem Bekanntenkreis noch nie.
Hoffen wir, dass mein persönlicher Virus sich bald ganz verabschiedet und dass auch generell endlich die Infektionszahlen wieder heruntergehen! Durch die vielen Infektionen eine “Herdenimmunität” zu erreichen – was man als “hidden agenda” hinter den schnellen Öffnungen trotz steigender Zahlen vermuten konnte – wird aber wahrscheinlich nicht möglich sein. Zu schnell ändere sich das Virus, meinte der bekannte Infektiologe Christoph Wenisch kürzlich:
“Die Herdenimmunität ist virologisch eh immer angezweifelt worden, aber jetzt ist sie tot”, sagte Wenisch im ORF. Es bleibe dabei, vor eine schweren Verlauf schützen könne weiterhin nur die Impfung.
Vierte Impfung?
Den vierten Piks empfiehlt der Leiter der Infektionsabteilung der Klinik Favoriten in Wien jedoch nicht jedermann. Nur Personen über 65 Jahre und diejenigen, die an Vorerkrankungen leiden, sollten sich dazu beraten lassen. Für alle anderen gebe es keine derartige Empfehlung in Österreich. In Deutschland ist die Lage ähnlich.
Eine Studie kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Viertimpfung nur bedingt helfe. Die Antikörper-Konzentration war nach einiger Zeit ähnlich wie nach der dritten Impfung. Vor allem vor Omikron schütze der zweite Booster kaum mehr.
Langfristig, hoffen Fachleute allerdings, könnten die Durchbruchsinfektionen wie ein Booster für Geboosterte wirken und beim Eindämmen der Pandemie helfen.
Gelsenkirchen 2.0 in Wales
Der Antritt des österreichischen Nationalteams im WM-Playoff-Semifinale in Cardiff ist ein One-off-Entscheidungsspiel wie 1973 in Gelsenkirchen gegen Schweden, als es um die WM 1974 in Deutschland ging. Diesmal ist es zwar nur ein Semifinale und auf den Sieger wartet noch ein Play-off-Finale. Aber der Spielverlauf erinnert frappant an das damals 1:2 verlorene Entscheidungsspiel. Wie 1973 liegt Österreich zum Teil durch Fehler viel zu früh 0:2 im Rückstand. Und wie damals ist Österreich seit vielen, vielen Jahren nicht mehr bei einer WM gewesen.

Sind die wunderbaren Hymnen, die die Waliser Fans auf den Tribünen in Cardiff singen, also schon der Abgesang auf die österreichischen WM-Chancen?
Nein, noch nicht: Gareth Bale vergibt nach seinen zwei Toren die Riesenchance auf das 3:0, und dann schießt Marcel Sabitzer in der 64. Minute den Anschlusstreffer für Österreich zum 1:2. Jetzt haben wir in Cardiff exakt den selben Spielstand wie damals auf dem Schneeboden in Gelsenkirchen! An dem änderte sich leider eine ganze zweite Hälfte lang trotz Überlegenheit der damals komplett in weiß spielenden Österreicher nichts mehr.
Diesmal spielt unser Team ganz in Schwarz und der Rasen ist grün statt weiß.
Ob das Ergebnis diesmal ein anderes sein wird? Oder erleben wir Gelsenkirchen 2.0 im Jahr 2022?

Nach 95 Minuten wird abgepfiffen, und es bleibt dabei: Cardiff ist das „Gelsenkirchen“ dieser Fußballgeneration. Österreich verliert 1:2 und verlängert die schon 24 Jahre dauernde Pause seit der letzten WM-Teilnahme (Frankreich 1998) um weitere vier Jahre. Wales mit Manager Robert Page dagegen hält die Chance auf die WM-Teilnahme in Qatar aufrecht. Es wäre erst die zweite WM für das Land of my fathers*), das bisher einzige Mal war man in Schweden bei der WM 1958 dabei.
Übrigens: Schweden ist weitergekommen, hat sein Playoff-Semifinale gegen Tschechien mit 1:0 n.V. gewonnen.
Die Sensation des WM-Play-off-Abends war Italiens 0:1 Niederlage gegen Nordmazedonien in Palermo. Vor acht Monaten, im Juli 2021, war Italien Europameister – und nun ist die squadra azurra das zweite Mal hinter einander nicht bei der WM.
*) Hen Wlad Fy Nhadau [heːn wlɑːd və ˈn̥adai] – erste Zeile der ▶️walisischen Nationalhymne.
Euro 2028 in UK and Ireland?
The UK and Republic of Ireland football associations have submitted a joint expression of interest in staging the European Championships in 2028.

Uefa released a statement shortly after the deadline for declarations of interest passed at 17:00 GMT yesterday, confirming the bids for 2028 and 2032.
It confirmed interest in 2028 from the UK and Ireland, Russia and Turkey, while Russia, Turkey and Italy have expressed interest in hosting the 2032 tournament.
In a joint statement, the FAs of England, Northern Ireland, the Republic of Ireland, Scotland and Wales said submitting an expression of interest to UEFA was “an important step”. The statement read:
“This unprecedented partnership of five associations offers something special to European football, including the potential for an expanded tournament, and we are passionate about maximising the sustainability and legacy benefits for communities across the UK and Ireland.”
Uefa, which could expand the tournament to 32 teams, is expected to make a formal decision on 7 April.
Pacult im Interview
Der KURIER-Fußball-Podcast brachte ein sehr hörenswertes Interview mit jenem Mann, der vor 14 Jahren den letzten Meistertitel mit dem SK Rapid gewonnen und nun nach vielen Jahren wieder zurück in Österreichs oberster Spielklasse ist. Mit Austria Klagenfurt hat er Historisches geschafft: Als erster Aufsteiger spielte man sich im neuen Liga-Format auf Anhieb in die Meistergruppe. Die Rede ist natürlich von Peter Pacult, einem in den letzten Jahren nach vielen kurzen Engagements am Balkan von vielen schon abgeschriebenen Manager. Hier ist der Link zum Podcast ⤵️

2008 hat Pacult mit Rapid den bis dato letzten Meistertitel der Wiener gefeiert, nach seinem Abschied 2011 folgten viele kurze Stationen. Im Podcast spricht Pacult über Klagenfurt, seine Zeit am Balkan, eine neue Lockerheit und sein aktuelles Verhältnis zu Ex-Klub Rapid. Und er erklärt auch, warum man, wenn man ihn anruft, “Buffalo Soldier” von Bob Marley zu hören bekommt.
Es ist ein gereifter, lockerer und sympathischer Pacult, der sich da präsentiert. Der 1959 Geborene steht zurecht weiterhin bei den Rapid-Fans hoch im Kurs, über deren freundliche Transparente bei den letzten Spielen seiner Klagenfurter Austria gegen Rapid er sich sehr gefreut hat, wie er im Interview verrät. Als letztem Meistertrainer der Grün-Weißen vor der aktuell noch immer andauernden und sich sicher noch verlängernden Durststrecke von 14 Jahren – nur von 1967 bis 1981 blieb man auch so lange ohne Meistertitel – steht Peter Pacult ebenso wie den Mitgliedern seiner coolen Meistertruppe von 2007/08 der Legendenstatus zweifellos zu!
Double Derby Sunday
RapidHammer‘s Sonntag: zwei Stadtderbys. West gegen Süd in Wien, Nord gegen Ost in London!

Um 17 Uhr wird das Wiener Derby SK Rapid gegen Austria Wien im erstmals seit der Pandemie ausverkauften Allianz Stadion vor 26.000 Zuschauern angepfiffen. Ich bin live dabei, aber ab 17:30 Uhr werde ich meine Blicke ab und zu vom Spielfeld abwenden und auf mein Handy werfen, denn dann beginnt Tottenham gegen West Ham im Tottenham Stadium.
Acht Jahre ist es schon her, dass der SK Rapid zuletzt in Hütteldorf einen Derby-Sieg gefeiert hat, und zwar noch im alten Hanappi-Stadion. Seit der Übersiedlung in das neue Allianz-Stadion hat Grün-Weiß überhaupt noch nie zu Hause gegen die Veilchen gewonnen.
Die letzten Heimsiege gegen die Austria liegen tatsächlich schon Jahre zurück: Die damals vom aktuellen Sportdirektor Zoran Barisic trainierten Grün-Weißen gewannen in ihrer letzten Saison im Hanappi-Stadion das Derby gegen die Austria am 9. Februar 2014 mit 3:1; dann folgten noch zwei Quasi-Heimsiege im Ausweichquartier Ernst-Happel-Stadion mit 4:1 am 17. Mai 2015 (Tore: Schobesberger, Steffen Hofmann, Beric, Sonnleitner) und mit 1:0 am 17. April 2016 (Tor: Tomi). Und seither kein Heimsieg für Rapid gegen die Violetten in acht Spielen im Allianz Stadion!

Rapids Verteidiger Kevin Wimmer hat 2015/16 für West Ham’s morgigen Derby-Gegner Tottenham gespielt, wechselte dann zu Stoke City, von wo er nach Deutschland und Belgien verliehen wurde. Seit dem Sommer 2021 ist er bei Rapid. Zum sonntägigen Derby im Allianz Stadion meint der 29-Jährige mit der Rückennummer 6:
„Es wird unglaublich und ein riesiger Push für uns. Wir wollen gleich zeigen, dass wir die Chefs im Stadion sind.“
Das wird sich wohl auch sein früheres Team, mit dem Wimmer im Frühjahr 2016 im Upton Park gegen West Ham spielte und 0:1 verlor, für das Heimspiel gegen West Ham vornehmen. Die Hammers kommen aber mit breiter Brust – und wahrscheinlich müden Beinen – nach dem fulminanten 2:0-Sieg und dem Aufstieg ins Europa League-Viertelfinale zu Tottenham.
Das letzte Spiel gegen die Spurs hat West Ham im Tottenham Stadium 1:2 knapp vor Weihnachten verloren und schied damit im Viertelfinale aus dem League Cup aus. Tottenham scheiterte dann aber sang- und klanglos im Semifinale mit zwei deutlichen Niederlagen gegen Chelsea, das wiederum nach einem 0:0 im Finale Ende Februar das Elferschießen mit 10:11 gegen den FC Liverpool verlor.
In der Premier League ist West Ham hingegen seit immerhin drei Spielen gegen Tottenham ungeschlagen, wobei man zuletzt zweimal zu Hause gewann und auswärts remisierte: Beim legendären 3:3 schaffte West Ham schier Unglaubliches, drehte innerhalb von zwölf Minuten einen 0:3-Rückstand in ein Remis. Tore am 18. Oktober 2020: Balbuena, Davinson Sanchez [Eigentor] und schließlich der wunderbare Ausgleichstreffer durch einen unhaltbaren Schuss von außerhalb des Strafraums von Lanzini “deep into injury time”) – legendär!
West Ham war auch das erste Team, das die Spurs in deren neuem Stadion besiegte: durch ein Tor vom Antonio (67.) gewannen die Hammers am 27. April 2019 mit 1:0.

Also dann: erwarten wir wieder etwas Großes am Sonntag in den beiden Derbies!
It’s Lyon, and then it could be Barca
RB Leipzig vs. Atalanta Bergamo
Eintracht Frankfurt vs. FC Barcelona
West Ham United vs. Olympique Lyon
SC Braga vs. Glasgow Rangers
HALBFINALE:
RB Leipzig/Atalanta Bergamo vs. SC Braga/Glasgow Rangers
West Ham United/Olympique Lyon vs. Eintracht Frankfurt/FC Barcelona
IRONSSSSSSSS !!!
What a night!

West Ham 2 Sevilla 0 after extra time (agg. 2-1)
Tomas Soucek and Andriy Yarmolenko’s winning goal send Hammers into Europa League quarter-finals
From The Telegraph: Not since the summer Olympics of 2012 has Stratford sounded anything like this, and certainly not since West Ham United first called the London Stadium their home. In the moments following Andriy Yarmolenko’s winning goal, this arena felt at last like a fortress, a footballing bearpit, and a place no opposing team will want to visit.
One of the great nights in the modern history of West Ham ended with their players dancing on the pitch, Declan Rice embarking on a lap of honour and Mark Noble with tears forming in his eyes. It was that sort of occasion for this club, a gift from David Moyes and his players to 60,000 breathless spectators.
The game went into extra time, and penalties loomed. But in the 112th minute Pablo Fornals found the energy to stride forward, cut inside and shoot towards goal. His strike was cleared only as far as Yarmolenko. And of course it was him, striking again when he was needed most. The Ukraine international scored at the weekend and he did so again here, despite all of the turmoil he and his countrymen are facing, and all of the unimaginable personal struggles he must be enduring within his own mind. Andryi stayed calm when others would have lost their heads, on a night that will live long in the memory of this club and its delirious fans.

“Unbelievable,” said Michail Antonio. “A dream come true. I have been here seven years and the only atmosphere close to this was the last day at the Boleyn Ground. The fans roared all the way through, backing us. I will give the win to them, they were the ones who did it for us.”
There will not be a team in the Europa League that would like to face this West Ham side in the quarter-finals. They are strong, aggressive and intense, with more than a hint of technical quality to go with it. Ask any fan who they want next, and they will tell you that they simply do not care.
“I’ll take anyone,” said a beaming Rice. “We can go anywhere and get a result. Teams coming here know they are in for a game.”
Come on you massive Irons !!!!




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